Vorfall an Bilker Schule: Fremder Mann sprach Kind an
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 19.10.2007 - 08:49Düsseldorf (RPO). Eltern alarmiert: Seitdem eine Achtjährige von einem verdächtigen Fremden berichtete, bringen viele ihre Kinder nun selbst zum Unterricht. Die Lehrer bereiten die Schüler auf die richtige Reaktion in solchen Situationen vor.
Als der Unbekannte fragte, ob sie mit ihm kommen wolle, sagte die Drittklässlerin deutlich „Nein“, rannte nach Hause und erzählte ihren Eltern von dem Vorfall. „Sensationell gut“ sei diese Reaktion gewesen, bescheinigt Polizeisprecher Andreas Czogalla der Schülerin der Katholischen Grundschule Färberstraße. „Die gemeinsamen Präventionsprojekte von Polizei und Schulen haben sich ausgezahlt.“
So sieht das auch Schulleiterin Melanie Hanhoff. „Unsere Kinder sind sehr selbstbewusst“, sagt sie. Geschult durch Projekte wie das der Osnabrücker Theaterpädagogen („Mein Körper gehört mir“) oder der erfahrenen Präventionsfachleute von „Sicher - stark“ wüssten die Grundschüler sehr genau, wie sie sich verhalten sollten. „Wir haben über das Erlebnis des Mädchens gesprochen, und wenn ich sie fragte, was falsch oder richtig ist, haben alle gute Antworten gegeben“, sagt Hanhoff.
Gleichwohl hat die Begegnung der Achtjährigen mit dem Mann am letzten Schultag vor den Herbstferien die Eltern alarmiert. Der Vater des Kindes informierte gleich zu Schulbeginn die Direktorin, die wiederum alle Eltern in einem Brief unterrichtete. „Seitdem bringen viele ihre Kinder selbst zur Schule, und es wird auch verstärkt darauf geachtet, dass die Kinder in Gruppen zusammen bleiben.“ Von Hysterie jedoch könne keine Rede sein, sagt Hanhoff. „Die Eltern fanden gut, dass sie informiert wurden und gehen sehr sachlich damit um. Wir wollen weder Eltern noch Kinder in Angst versetzen, sondern dafür sensibilisieren, dass solche Dinge passieren können.“
Als an der nahen Regenbogenschule Kinder von dem Vorfall erzählten, über den im Freundeskreis gesprochen worden war, schrieb auch dort die Schulleiterin den Eltern. „Wir haben ganz offen mit unseren Kindern darüber geredet“, sagt Lehrerin Süreyya Ziber. Auch die Regenbogenkinder lernen in der Schule, wie sie sich in fragwürdigen Situationen verhalten sollen.
Wichtig, so Andreas Czogalla, „sind klare Regeln - vor allem die Zeit-Regel: Kinder sollten nicht bummeln, sich darüber klar sein, dass man sich sorgt, wenn sie sich verspäten.“ Die Bezirksbeamten der Polizei raten auch den Eltern, nicht den kürzesten, sondern den sichersten, also den belebten Schulweg mit ihren Kindern auszuwählen. Und, so Czogalla, „Eltern sollten die Kinder ermutigen, ihnen alles zu erzählen.“ Denn nur, wenn merkwürdige Begegnungen auch diskutiert werden, kann man die Gefährdung einschätzen. Das üben die Färberstraßen-Schüler regelmäßig in Rollenspielen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







