Kosten 280.000 Euro: Frisches Grün für Kö-Graben
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 - 08:00Zwei Jahre lang haben Fachleute getüftelt, um den idealen Rasen für den schwierigen Standort zu finden. Jetzt zeigen sie sich zufrieden: 280.000 Euro wird das Grün gekostet haben, wenn es komplett verlegt ist.
Sattgrün leuchtet der Rasen auf den Ufern des Kö-Grabens. Er lässt auch die Augen der Vorstandsmitglieder der Interessengemeinschaft Königsallee leuchten: „Endlich entspricht der Rasen dem schönen Erscheinungsbild der Königsallee und dem Charme der Einkaufsstraße“, sagt Claus Franzen, als der in den vergangenen drei Wochen verlegte Rollrasen offiziell vorgestellt wurde.
„Seine speziell zusammengestellte Gräsermischung hat große Chancen, unter den schattigen, riesigen Platanen, die zudem viel Wasser aus dem Erdreich saugen, zu überleben und gut auszusehen“, ist Gartenamtsleiter Manfred Krick überzeugt.
Denn zwei Jahre haben Fachleute getüftelt, um die richtige Grasnarbe für den schwierigen Standort Königsallee herauszufinden. Bisher waren unter den Platanen nur spärliche Büschel Gras, dafür aber viel braunes Erdreich zu sehen. Der private Landschaftsarchitekt Werner Schumann hatte deshalb bei Versuchen im Auftrag der Stadtverwaltung vier unterschiedliche Sorten ausprobiert, einen optimalen Untergrund gesucht und ein spezielles Bewässerungssystem herausgefunden.
Nach diesen Vorarbeiten war dann im Frühjahr die Stadtverwaltung eingestiegen und hatte die rund 3000 Quadratmeter große Fläche eingegrünt, „weil wir die Ausführungsarbeiten schnell und ohne Probleme selbst machen können“, sagte Krick. Die Schnelligkeit lobten wiederum Franzen und Susanne Asbrand-Eickhoff. Im Februar habe der Oberbürgermeister zugesagt, die Kö bis zum Sommer herzurichten: „Und es ist Wort gehalten worden.“
So wurde erst einmal ein Substrat mit einem Vulkansteingemisch unter den Rasen gelegt, das normalerweise beim Bau von Sportplätzen verwendet wird. Außerdem wurde ein Bewässerungssystem mit Düsen verlegt, die den Rasen mit einem Sprühregen einnässen, sobald der Boden zu trocken ist.
180.000 Euro hat die Stadt für das Stück zwischen dem südlichen Ende der Kö und der Steinstraße ausgegeben. Das nördliche Stück bis zur Tritonengruppe soll erst begrünt werden, wenn die Baustelle für den Kö-Bogen verschwunden ist. Weitere 100.000 Euro sind dann fällig.
Trotz einer intensiven Pflege, an deren Kosten sich die Interessengemeinschaft beteiligen will, wird sich der neue Rasen aber erst einmal schwertun, gelblich und schütter werden.
„Die Versuche haben gezeigt, dass der Rollrasen anfangs eine Durststrecke durchmacht und erst nach einem Jahr richtig angewachsen ist“, erklärte Krick. Er rechnet damit, dass im kommenden Sommer der Rasenteppich dicht und strapazierfähig ist. Bis dahin müsse mit dem neuen Grün vorsichtig umgegangen werden.
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