In vier Jahren fertig: Fürs Gericht ein Neubau mit Würde
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 28.03.2006 - 08:46Eine Jury suchte jetzt aus 25 Entwürfen den besten für das geplante Amts- und Landgericht an der Werdener Straße aus. In vier Jahren soll der 40 Millionen Euro teure Bau fertig sein. Der markante Bau soll auch den Oberbilker Markt aufwerten, der seit Jahren auch durch die Industriebrache an der Werdener Straße geprägt wird.
Die Präsidentin des Oberlandesgerichtes, Anne-José Paulsen, ist von dem Entwurf der neuen Gerichtsgebäude angetan: „Die Architektur strahlt Würde aus, die einem Gericht angemessen ist.“ Es ist nicht das abweisend Mächtige, das die preußische Architektur des Gebäudes an der Mühlenstraße unterstreicht. „Gerichte sollen sich vor der Öffentlichkeit nicht verschließen“, so Paulsen. Aber Gerichtsgebäude seien auch kein beliebiger, offener Treffpunkt, brauchten vielmehr eine Geschlossenheit. Dieses gelungene Wechselspiel zwischen Offenheit - erkennbar am großzügigen, mehrere Geschosse hohen Eingangsbereich und an übergroßen Fensterbändern - und Geschlossenheit, erreicht durch einige große Steinfassadenflächen, hat dem Entwurf des Architekturbüros agnPaul Niederberghaus und Partner (Ibbenbüren) den ersten Preis beim Wettbewerb für die Gerichtsgebäude an der Werdener Straße eingebracht.
Das Künstlerische aber war nicht der größte Teil der Arbeit. Die Architekten mussten einen dicken Aktenordner durcharbeiten, in dem die fast unzähligen Vorgaben und Anforderungen für einen reibungslosen, sicheren Ablauf des Gerichtsbetriebs festgehalten waren. Einige Aspekte: Besucher sollen sich leicht zurecht finden, die Sitzungssäle möglichst zusammen liegen, die Büros nicht zu sehr durch Publikumsverkehr gestört sein, die Wege von Inhaftierten zu den Verhandlungssälen abgeschottet sein. „Das alles ist überzeugend gelöst in einem ansprechenden Gebäude“, sagte Architekt Wolfgang Döring, der Vorsitzende der Jury, die diesen Entwurf einstimmig aus 25 Arbeiten als besten ausgewählt hatte.
Und er wird auch so gebaut. Spätestens in vier Jahren soll das neue Gerichtsgebäude an der Werdener Straße stehen, versicherte Martin Brans, Leiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, Niederlassung Düsseldorf, der für den Neubau verantwortlich ist. Etwa 40 Millionen Euro investiert das Land, weil die alten Gebäude an der Mühlenstraße nicht mehr für die moderne Gerichtsarbeit hergerichtet werden können.
Der markante Bau wird den Oberbilker Markt aufwerten, „weil er die disharmonische Ecke beruhigt, der Stadtstruktur Halt gibt“, ist Gregor Bonin, Planungsdezernent der Stadt, überzeugt. Er könne zudem Impuls für die weitere Entwicklung des Stadtteils entlang der Mindener Straße sein.
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