Energiekosten: Gaspreise steigen um drei Prozent
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 14.11.2009 - 12:52Düsseldorf (RPO). Ab Januar 2010 müssen allerdings nur Haushalte mit geringem Verbrauch mehr bezahlen. Ihre anderen Tarife wollen die Stadtwerke noch überarbeiten, um auf die Angebote der Konkurrenz zu reagieren. Die Energiepreise werden langfristig steigen.
Um drei Prozent werden die Stadtwerke Düsseldorf ihre Gaspreise zum Januar 2010 erhöhen. Aber nicht alle Privatkunden müssen mehr für die Energie bezahlen. Das Unternehmen setzt bisher nur die Tarife für die Grundversorgung nach oben. Sie gelten für einen Verbrauch von bis zu 10 000 Kilowattstunden. So muss ein durchschnittlicher Single-Haushalt mit 7000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr 17,52 Euro mehr zahlen.
„Die anderen Vertragsformen für die größeren Verbraucher werden zurzeit noch überarbeitet und neu gestaltet“, erklärt Stadtwerkesprecher Juan Cava Marin. Sie sollen dann in Kürze in Kraft treten. Der Hintergrund für die Erhöhung: Der Gaspreis ist an die Entwicklung des Ölpreises im vergangenen halben Jahr gekoppelt. Und der ist wieder gestiegen.
So verteuert sich das Erdgas, das die Stadtwerke beziehen. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer kontrolliert, ob bei einer Preiserhöhung nicht mehr als die gestiegenen Beschaffungskosten berechnet werden. „Diese Testate können bei den Stadtwerken eingesehen werden“, so Cava Marin. Allerdings versuchen Energieversorger wegen des harten Konkurrenzkampfes, die Erhöhung möglichst gering zu halten.
Aus diesem Grund überprüfen die Stadtwerke auch, wie sie die Verträge für Kunden, die relativ viel Gas verbrauchen, attraktiver gestaltet können. Zu diesem Kreis gehört beispielsweise auch eine durchschnittliche vierköpfige Familie, die nach Erfahrungswerten etwa 20 000 Kilowattstunden benötigt. „Düsseldorf ist ein hart umkämpfter Markt, es gibt hier eine Reihe von Anbietern“, so Cava Marin.
Ein Blick in den Gebührenberechner verivox zeigt, dass in der Landeshauptstadt acht Unternehmen Gas anbieten, die Stadtwerke sind dabei nicht die billigsten. Um Kunden zu halten, neue zu gewinnen oder ehemalige zurückzugewinnen, sollen maßgeschneiderte Tarife für bestimmte Zielgruppen berechnet werden.
Die Stadtwerke selbst sind wiederum Wettbewerber in anderen Regionen. „Wie versuchen mit Erfolg, außerhalb von Düsseldorf Kunden zu gewinnen“, sagt Cava Marin. Die Stadtwerke müssen allerdings mit spitzem Bleistift rechnen, weil sie mit einem Einsparungsprogramm die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sichern müssen. Die Ausgaben sollen um etwa 20 Millionen Euro gesenkt werden.
Da ist der Spielraum gering, höhere Einkaufspreise für Gas durch interne Rationalisierung aufzufangen. Mittelfristig müssen sich Verbraucher auf steigende Energiepreise einstellen, sind sich Beobachter des Energiemarktes einig. Wenn die Konjunktur nach Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder steige, gingen auch die Energiepreise wieder in die Höhe. Das Einsparen von Energie werde sich deshalb auszahlen. Die Verbraucherberatung Düsseldorf, aber auch die Stadtwerke bieten eine Energieberatung an.
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