Eröffnung der Gedenkstätte im Grundsteinraum des Polizeipräsidiums: Gedenken an die "Aktion Rheinland"
zuletzt aktualisiert: 16.04.2004 - 13:58Düsseldorf (dto). Am 17. April 1945 wurde die Stadt Düsseldorf kampflos an die amerikanischen Truppen übergeben. In der Nacht zuvor spielten sich jedoch dramatische Ereignisse im Polizeipräsidium am Jürgensplatz ab. Dabei wurden fünf Widerstandskämpfer getötet. Um an sie zu erinnern, wurde am Freitag eine Gedenkstätte im Grundsteinraum des Düsseldorfer Polizeipräsidiums eingeweiht.
Unter der Patenschaft des letzten Überlebenden, Aloys Odenthal und dessen Sohn, wurde der Grundsteinraumm des Polizeipräsidiums seit 1999 wieder hergerichtet.
Im April 1945 entschieden sich 15 Widerstandskämpfer dazu, gegen das Nazi-Regime vorzugehen und bereiteten entsprechende Schritte vor. Am 16. April trafen sich fünf Widerständler im Polizeipräsidium Düsseldorf. Ihr Ziel war es, Düsseldorf kampflos an die einmarschierenden Amerikaner zu übergeben. So wollten sie weiteres, unnötiges Blutvergießen verhindern. Dafür wollten sie den Polizeipräsidenten und SS-Brigadeführer August Korreng im Namen der Düsseldorfer Bürgerschaft in Sicherheitsgewahrsam nehmen.
Zuvor hatte die Widerstandsgruppe geplant, mit Hilfe des Oberstleutnant der Schutzpolizei, Franz Jürgens, ungehindert in das Büro Korrengs einzudringen und ihn festzunehmen. Mit Jürgens war erst einige Tage vorher Kontakt aufgenommen wurden, als die Gruppe gehört hatte, dass er sich gegen Befehle Korrengs aussprach.
Die "Aktion Rheinland" wurde jedoch von einem Unbekannten verraten, so dass Korreng befreit und fünf Widerständler festgenommen wurden. Die fünf Widerständler wurden noch am gleichen Nachmittag vor das Standgericht gebracht und zum Tode verurteilt. Noch in der Nacht wurden Franz Jürgens, Theodor Anderesen, Karl Kleppe, Josef Knab und Hermann Weill hingerichtet.
Im Dezember 2003 verstarb mit Aloys Odenthal der letzte Lebende der "Aktion Rheinland". Ihm und den anderen Widerständlern zu Ehren findet am Freitag ein Gedenkgottesdienst in der Bilker St. Martins Kirche statt.
Von Tim Siebert
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