Hologramme auf Scheine gebügelt: Geldfälscher muss für fünf Jahre in Haft
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 04.06.2008 - 09:37Düsseldorf (RPO). Mit dem Bügeleisen zu immensen Reichtümern zu kommen - dieser Traum ist auch für einen 50-jährigen Mann aus Serbien nicht wahr geworden. Dabei hatte er besonders eifrig zahlreiche nachgemachte Hologramme auf falsche 200-Euro-Scheine aufgebügelt, die aus serbischer Serienproduktion stammten. Statt zum reichen Mann wurde er gestern jedoch zum Häftling - und zwar für die nächsten fünf Jahre und neun Monate. So entschied das Landgericht per Urteil. Der Staatsanwalt hatte sogar sechseinhalb Jahre beantragt.
Neben der gewerbsmäßigen Geldfälschung hatte der 50-Jährige auch einen Betrugsversuch bei einer Bank zugegeben. Dort war er Anfang 2007 mit Perücke und zahlreichen gefälschten Papieren aufgekreuzt, hatte 45000 Euro Kredit beantragt. Die Wachsamkeit der Banker führte zu seiner Festnahme. Weil er sich dagegen heftig wehrte, wurde er zudem noch wegen Widerstands verurteilt. Den Großteil der Strafe hat er sich allerdings mit der Geldfälscherei eingehandelt, die wenige Tage nach dem Betrugsversucht und bei der Durchsuchung seiner Wohnung an der Kölner Straße aufflog.
Beamte fanden dort neben Hunderten von Hologrammen (samt Bügeleisen) auch 160000 Euro in bar, ausnahmslos gefälscht in 200er-Scheinen „mittlerer Qualität“, so die Richter. Diese Falsifikate waren ihm von serbischen Landsleuten zugeleitet worden. Und eigentlich sollte er über einen Kurier, der per Bus anreiste, weitere 1200 Hologramme bekommen. Weil das Bundeskriminalamt diese Lieferung überwachte und auffliegen ließ, war der Angeklagte eben selbst nach Italien gefahren - und hatte sich dort selbst 800 andere Hologramme besorgt. Für diese besondere Hartnäckigkeit sei eine deutliche Haftstrafe angemessen, fand das Gericht.
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