Passagier bestohlen: Gepäckkontrolleur als Taschendieb verurteilt
zuletzt aktualisiert: 19.10.2010 - 07:30Düsseldorf (RPO). Das Gelöbnis des Angeklagten ("Ich werde nie wieder straffällig!") war einem Amtsrichter am Montag im Prozess gegen einen 27-Jährigen nicht genug. Der Mann gab zu, als Gepäckkontrolleur am Flughafen aus der Börse eines Passagiers einen 50-Euro-Schein gestohlen zu haben.
Weil der Angeklagte wegen Diebstahls vorbestraft war, verhängte der Richter nun 2000 Euro Strafe, die ins Führungszeugnis des Angeklagten aufgenommen werden. Begründung: "Damit die Arbeitgeber in Zukunft wissen, mit wem sie es zu tun haben!"
"Sie haben das Vertrauen der Fluggäste ausgenutzt", schimpfte der Richter. Bei Gepäckkontrollen müsse jeder Passagier darauf bauen können, dass beim Sicherheitspersonal keine Diebe das Gepäck durchforsten. "Und dann erdreisten Sie sich, den Leuten das Bargeld zu klauen!"
Der 27-Jährige wagte kaum noch, den Blick zu heben. "Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe. Ich hatte einen gut bezahlten Job, den habe ich verloren", wandte er ein. Und als der 27-Jährige erwähnte, dass er nun für eine Sicherheitsfirma bei Geldcodierungen und als Aushilfsfahrer arbeitet, sagte der Richter: "Sowas verstehe ich nicht, dass jemand wie Sie noch im Geldbereich tätig ist!"
Immerhin hatte der Angeklagte gestanden, einen Passagier im Januar durch die Sicherheitsschleuse am Flugsteig C geschickt zu haben – und derweil dessen Handgepäck regelrecht nach Beute durchsucht zu haben. Und das, obwohl der 27-Jährige schon seit 2007 wegen Diebstahls verurteilt ist. Für den Richter stand fest: "In einen Bereich, der mit Geld zu tun hat, gehört jemand wie der Angeklagte nicht hin!"
Die beantragte Strafe von 60 Tagessätzen zu je 20 Euro, wie von der Staatsanwältin beantragt, war dem Richter deshalb nicht genug. Erst ab 90 Tagessätzen werden Vorstrafen im Führungszeugnis festgeschrieben. Also verhängte der Richter 100 Tagessätze von je 20 Euro. Wird das Urteil rechtskräftig, verliert der Angeklagte wohl nicht nur den Job, sondern wird wohl nie wieder im Sicherheitsbereich arbeiten können.
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