Oberbilker Markt: Gericht: 1000 neue Mäuse-Köder
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 - 08:11Düsseldorf (RPO). Im neuen Justizzentrum am Oberbilker Markt wurden gegen die Mäuseplage weitere 1000 Köderboxen aufgestellt. Auch zweieinhalb Monate nach dem Einzug der Gerichte gibt es wohl immer noch tierische Untermieter.
Nicht eine einzige Maus hat sich bei der Justiz bisher blicken, also sehen lassen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass die Mäuse aus dem fünfstöckigen Justizgebäude an der Werdener Straße wieder verschwunden sind.
Immerhin waren sie einst schneller, als alle Richter und Justizangestellten zusammen: Noch vor dem Einzug von Amts- und Landgericht Anfang März hatten die Nager den Gerichtsneubau schon für sich entdeckt und erobert.
Prompt hatte der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) als Hauseigentümer 400 Köderboxen aufstellen lassen. Ob das aber gegen die Gerichtsmäuse geholfen hat, ist ungewiss. Womöglich sind die Nager nur in den Untergrund abgetaucht – und trippeln durch Kabelkanäle ungehindert über sämtliche Etagen. Also folgte der BLB jetzt dem Vorsorge-Tipp eines Kammerjägers und ließ noch mal 1000 Köderboxen anliefern.
Furcht vor Nachwuchs
Wegen Mäusekot in neuen Räumen hatten Justizkräfte gleich beim Einzug Mäuse-Alarm ausgelöst. Und die Untermieter waren kein Phantom: Kontrollen der damals aufgestellten Köderboxen ergaben laut Kammerjäger, "dass die Köder angenommen, also gefressen worden sind", wie BLB-Sprecherin Christa Bohl gestern bestätigte. Doch eine Entwarnung sei verfrüht. Der Kammerjäger habe empfohlen, jetzt gezielt und flächendeckend im ganzen Haus in so genannten Technik-Schächten, also in den Kabelkanälen, weitere 1000 Köderboxen aufzustellen. Aus Fürsorge für Gebäude und Bedienstete ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb diesem Rat gefolgt.
Vermutlich wurden die tierischen "Erstbezieher" des Justizzentrums schon durch die Aufstellung der ersten Köderboxen erfolgreich bekämpft. Falls die Nager allerdings bereits Nachwuchs in die Kabelschächte gesetzt haben, dann sollen sich die Mini-Mäuse dieser zweiter Generation in den Zwischenböden jetzt nicht etwa sicher fühlen – und dort womöglich ungehindert ausbreiten können. Aus äußerster Vorsicht ließ der Hauseigentümer deshalb einen neuen Schwung von Köderboxen nachlegen. Damit, so hoffen die Hauseigentümer vom BLB, ist die Mäuse-Nachwuchs-Kette bei der Justiz dann aber endgültig unterbrochen.
Für Unmut bei Besuchern sorgen dann allenfalls noch die weiterhin beträchtlichen Wartezeiten vor den neu eingerichteten Kontrollschleusen am Gerichtseingang. Oder auch der Umstand, dass bei den Besuchertoiletten im ersten Stock immer noch die Türschlösser fehlen. Aber auch hier wollen die Gerichte und der BLB demnächst Abhilfe schaffen.
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