Grundschule für 6,8 Millionen Euro saniert: Gesamktunstwerk Rolandschule
zuletzt aktualisiert: 20.06.2006 - 11:31Düsseldorf (dto). Als Gesamtkunstwerk steht die Rolandschule seit 1990 unter Denkmalschutz. Sie wurde von Architekt Paul Schneider-Esleben im Bauhausstil entworfen, 1961 fertiggestellt und zugleich ein Kristallisationspunkt der Künstlergruppe Zero: Heinz Macks "Farborgel" ist hier anzutreffen, ebenso ein "Schattenspiel" von Günther Uecker und eine Raster-Plastik von Otto Piene. Nach mehr als vier Jahrzehnten ist das Gebäude im Rahmen des Masterplans Schulen von Kopf bis Fuß saniert worden. Rund 6,8 Millionen Euro investierte die Stadt in das Projekt. Zusammen mit Oberbürgermeister Joachim Erwin feierten Schüler und Lehrer am Montag den Abschluss der Arbeiten.
Die Grundschule wurde nach den Plänen des Düsseldorfer Architekten Paul Schneider-Esleben an der Rolandstraße 40 gebaut. Von ihm stammen auch das Mannesmann-Hochhaus, die Rochus-Kirche und die Haniel-Garage an der Grafenberger Allee. Schneider-Esleben starb im vergangenen Jahr. Die Sanierungsarbeiten konnten aber noch in Zusammenarbeit mit ihm und der Unteren Denkmalpflege abgestimmt werden.
Das Schulgebäude besteht aus zwei dreigeschossigen Gebäuderiegeln, die durch verglaste Treppenhäuser miteinander verbunden sind. Die Turnhalle wird durch eine pilzförmige Dachkonstruktion mit dem Schulgebäude verbunden. Dank ihrer großzügigen Verglasung wirkt die Schule hell und freundlich - sie steht in der Tradition des Bauhauskünstlers Mies van der Rohe.
Das Gebäude wurde zunächst komplett entkernt. Die Betonkonstruktion wurde mit wärmegedämmten Materialien verkleidet, ebenso die Kellerwände. Auch die Dachflächen wurden saniert und wärmegedämmt. Zudem wurden sämtliche Fassaden erneuert und die Fensterelemente durch Isolierglas ersetzt. Der Energiebedarf des Gebäudes konnte auf diese Weise um rund 40 Prozent reduziert werden.
Auch die vorhandene Kunst macht die Schule zu etwas Besonderem. In den Foyers befinden sich bewegliche Kunstwerke von Otto Piene, Günther Uecker und Heinz Mack - den Begründern der Zero-Gruppe. Ihre Kunstwerke - sie nannten sie "Spielplastiken" - sind bereits in der 90er-Jahren aufwändig restauriert worden. Hinzu kommen 14 Lithografien und Radierungen von verschiedenen Künstlern, unter anderem von Miró, Léger, Hoehme, Dubuffet und Vasarely. Diese Arbeiten, die Schneider-Esleben der Schule aus seiner Sammlung überließ, sind heute in Vitrinen zu bewundern.
Um den Bauablauf zügig und ohne größere Komplikationen realisieren zu können, waren die rund 250 Schüler und ihre Lehrer für die Dauer der Arbeiten an den Schulstandort Ottweilerstraße umgezogen. Nach zwanzig Monaten Bauzeit konnte die sanierte Schule im April 2006 wieder der schulischen Nutzung übergeben werden.
Nirgendwo sonst wurde bislang für die Sanierung einer Grundschule in Düsseldorf mehr Geld ausgegeben. Oberbürgermeister Joachim Erwin: "Ein Neubau hätte kaum mehr gekostet. Aber diese Schule ist ein Juwel. Sie ist eine einzigartige Symbiose aus Kultur, Architektur und Bildung, für die es in Deutschland nur wenige Beispiele geben dürfte."
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