NRW-Forum zeigt Film über Peter Lindbergh: Glamour-Fotograf aus dem Ruhrpott
zuletzt aktualisiert: 17.01.2008 - 10:51Peter Lindbergh zählt zu den besten Mode- und Lifestylefotografen der Welt. Seit fast 20 Jahren hat Autor Werner Raeune den gebürtigen Duisburger und langjährigen Wahlpariser mit der Kamera beobachtet. Herausgekommen ist ein 45-Minuten-Porträt, in dem der Fotograf erstmals Einblicke in sein Leben, seine Arbeit und Frauen gibt. Das NRW-Forum zeigt den Film in einer Private View im Beisein des Fotografen am 17. Januar um 18.30 Uhr.
Der Film zeigt Shootings mit Models wie Nadja Auermann, Linda Evangelista oder Claudia Schiffer. Aber auch die Schauspielerinnen Isabelle Huppert, Emanuelle Seignier, Penelope Cruz, Tilda Swinton und Jeanne Moreau agieren vor Lindberghs Kamera. Sie alle schätzen seine Professionalität, seinen fast schon harmoniesüchtigen Charakter und seinen Ruhrpott-Charme.
Mit seiner Schnappschussästhetik, einer rätselhaften unterkühlten Sinnlichkeit und seinem Gefühl für den richtigen Augenblick hat der Arbeitersohn aus Duisburg-Rheinhausen Schauspieler und Models zu Ikonen unserer Zeit erhoben. Nicht nur den Models liegt die Art, wie Lindbergh versucht, ihrer Persönlichkeit gerecht zu werden, ohne indiskret und voyeuristisch zu werden. Seine melancholischen, ungeschönten Bilder von emanzipierten und zugleich zerbrechlich wirkenden Frauen lassen hinter Styling und Make up etwas durchscheinen, was man Schönheit, Verletzlichkeit oder auch Seele nennen könnte.
Ausstellungen von Lindbergh sind inzwischen weltweit Publikums- und Medienereignis. Bei Vernissagen drängeln sich tausende Fans, um auf ihn und seine Bilder einen Blick zu werfen. Dabei fing seine Fotografenkarriere erst mit 27 Jahren an. Heute werden seine Portraits als eigenständige Kunstwerke immer höher gehandelt. Ein Bild von Keith Richard wurde 2004 bei Christies in New York für 120.000 Dollar versteigert.
Sein Leben zwischen Hochglanz und Tiefgang, zwischen Ruhrgebiet und Hollywood, hat längst etwas von einem modernen Märchen. Die Geschichten, die er auch in seinen Fotos immer wieder erzählt, sind irgendwie Realität geworden. Dazu kann man hinter die Kulissen der Glamourfotografie blicken und sehen wie eine Werbestrecke für ein Lifestyle-Magazin entsteht, die rund 400.000 Dollar kostet.
Wer keine Einladung zum Filmabend im Museum hat, kann das Porträt "Mein Leben - Peter Lindbergh" am 19. Januar um 2.10 Uhr bei Arte sehen.
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