Karneval: Glas bleibt im Karneval verboten
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 05.02.2012 - 08:53Düsseldorf (RP). "Liebe Jecken! Zu Ihrer Sicherheit geht es ab hier nur ohne Glasbehälter weiter. Danke!" Schilder mit dieser großen Aufschrift sind ab Altweiber an rund 16 Kontrollstellen rund um die Altstadt zu lesen. Die Stadt setzt auch in diesem Jahr auf das schon 2011 bewährte Konzept "Scherbenfreie Altstadt".
Am Altweiberdonnerstag und am Karnevalssonntag bis hin zum kompletten Rosenmontag dürfen Gäste der Altstadt kein Bier und Schnaps in Glasflaschen mitbringen. Die Wirte der Kneipen müssen dafür sorgen, dass die Gäste ihre Gläser nicht mit nach draußen nehmen. In der Pflicht sind auch die Besitzer der Büdchen. Sie dürfen keine Glasflaschen verkaufen.
"An 16 Zugängen zur Altstadt wird mit 140 Mitarbeitern des Ordnungsamts und etwa 100 Helfern eines privaten Sicherheitsdiensts das Glasverbot kontrolliert", sagt Ordnungsdezernent Stephan Keller. Um auch bei hohen Besucherzahlen einen zügigen Ablauf zu ermöglichen, ist ein Sicherheitsgutachter eingeschaltet worden, der die Ein- und Ausgänge zur Altstadt so genehmigt hat.
Viel weniger Schnittverletzungen
Im vergangenen Jahr hat die Stadt viele gute Erfahrungen mit dem Glasverbot gemacht. "Nur 13 Gäste mussten wegen Schnittverletzungen behandelt werden", sagt Keller. In den Jahren vor dem Verbot waren es noch 200 Besucher, die sich an zerstörten Flaschen oder Biergläsern blutigen Wunden zuzogen. "Die Stimmung an den Kontrollstellen war ausgesprochen gut", sagte Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann. So gut wie jeder war damit einverstanden, dass die Getränke nun in Plastikbecher umgefüllt werden. Das Umfüllen habe dafür gesorgt, dass Aggressionen gar nicht erst entstanden sind.
Mit den Wirten und Büdchenbesitzern hat die Stadt schon gesprochen. "Viele hätten eh freiwillig mitgemacht", sagt Keller. Falls sich jemand weigern sollte: Rein rechtlich hat die Stadt eine Verfügung beantragt, mit der das Glasverbot durchsetzbar ist.
Verboten ist das Glas im Gebiet von der Ratinger Straße im Norden bis zum Alten Hafen und zur Flinger Straße im Süden, vom Rhein im Westen bis zur Heinrich-Heine-Allee im Osten. Die östliche Grenze wird in diesem Jahr etwas verschoben worden, um Missverständnisse an der Heinrich-Heine-Allee zu vermeiden. Mit 15 000 Handzetteln wird die Aktion beworben.
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