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Schnee und Kälte: Gleis vereist – Bahn verunglückt

VON M. BROCKERHOFF, S. GEILHAUSEN, A. HARTNACK, M. ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 08.01.2009 - 08:05

Düsseldorf (RPO). Der Winter sorgt für erste schwere Zwischenfälle. Wegen eines entgleistes Zugs am Jan-Wellem-Platz kam gestern der Bahnverkehr teilweise zum Erliegen. Ein 24-Jähriger ist beim Rodeln schwer verletzt worden, als er sich in Gerresheim auf spiegelglatter Piste überschlug.

Die Rheinbahn verteilt bis zu 500 Euro Prämie an gesunde Mitarbeiter.  Foto: rpo, Judith Conrady
Die Rheinbahn verteilt bis zu 500 Euro Prämie an gesunde Mitarbeiter. Foto: rpo, Judith Conrady

Der Winter mit seinen extremen Minusgraden hat gestern für erste schwere Zwischenfälle gesorgt. Gegen 17.20 Uhr ist am Jan-Wellem-Platz/Ecke Kö ein Rheinbahn-Zug der Linie 713 entgleist. Unfallursache war eine vereiste Weiche. Verletzt wurde niemand. Allerdings kam es bis in die Abendstunden zu massiven Ausfällen im gesamten Bahnverkehr. Betroffen waren die Linien 703, 706, 712, 713 und 715. Bisweilen hatten die Bahnen 100 Minuten Verspätung. Zwei Bergungsteams der Rheinbahn waren im Einsatz, um die Bahn wieder aufzurichten.

Vereiste Gleise hatten bereits am Morgen für Verspätungen gesorgt, obwohl bei der Rheinbahn eigenen Angaben zufolge rund 30 Mitarbeiter im Außendienst für freie und gefahrlose Fahrt sorgen sollen. Probleme gab es auch mit defekten Zügen: Wegen der Kälte funktionierten an manchen Zügen die Trittstufen nicht mehr, so dass die Türen offenblieben. Sie mussten die Werkstatt anfahren.

Wie erst gestern bekannt wurde, hat sich am Dienstag ein schwerer Rodelunfall ereignet. Ein 24-jähriger Mann aus Lörick wurde nach Angaben eines Feuerwehr-Sprechers mit Verdacht auf Wirbelsäulenfraktur ins Krankenhaus gebracht. Bei einer Abfahrt auf dem Segelflugplatzgelände am Grütersaaper Weg in Gerresheim hatte er sich an einem Sprunghügel überschlagen und war mit starken Rückenschmerzen in der Kälte liegengeblieben. Der Steilhang mit einem Höhenunterschied von etwa 25 Metern und 30 Grad Neigung war spiegelglatt. Der Schwerverletzte wurde mit einem geländegängigen Fahrzeug gerettet.

Sämtliche Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sind mit Winterreifen ausgerüstet, haben für den Notfall auch Schneeketten an Bord. Wachgelände und die Zufahrten werden mit Schneefräsen von Eis und Schnee befreit. „Das kann Leben retten“, sagt ein Feuerwehr-Sprecher und bittet die Nachbarn um Verständnis für die dadurch entstehende Lärmbelästigung.

Die Feuerwehr warnt auch erneut davor, Eisflächen zu betreten. Die Eisdecke auf den meisten Seen und Teichen sei nicht dick genug, um Personen zu tragen. Wer durchs Eis einbreche, riskiere eine lebensgefährliche Unterkühlung. Kinder hätten schon nach zwei Minuten kaum noch eine Überlebenschance. Das Gartenamt hat signalgelbe Eisleitern in den Parks aufgestellt. „Sie können Leben retten, wenn jemand durchs Eis einbricht“, sagt ein Feuerwehr-Sprecher. In Benrath seien sie aber bereits als Spielgerät zweckentfremdet worden. Zu Unfällen ist es bisher noch nicht gekommen.

Die kalte Winterluft kann für Kleinkinder schädlich sein. Darauf weist Renate Bredahl, Kinderärztin beim Gesundheitsamt, hin. Ein Winterspaziergang soll für Babys und Kleinkinder, die still im Kinderwagen sitzen, nicht zu lang sein. Da sie sich nicht bewegen, würden sie trotz der dicken Kleidung sehr schnell frieren. Eine kleine Runde rund um Haus oder Wohnung müsse reichen.

Gesichert ist die Erdgasversorgung in Düsseldorf trotz der Eskalation des Streites zwischen Russland und der Ukraine. „Wir beziehen unser Gas vorwiegend aus den Niederlanden“, sagte Stadtwerke-Chef Markus F. Schmidt. Zudem gebe es Reserven in leistungsfähigen technischen Anlagen. Schmidt rechnet in der jetzigen Situation nicht mit Erhöhungen des Gaspreises, weil er an den Erdölpreis gekoppelt sei. Vielmehr könne der Gaspreis wahrscheinlich zum April weiter gesenkt werden.

Stadtkämmerer Helmut Rattenhuber glaubt nicht, dass der Wintereinbruch Schäden größeren Ausmaßes an den Straßen anrichtet. „Da mache ich mir jetzt keine Sorgen.“ Für den Winter-Streudienst auf Straßen und Brücken veranschlagt Rattenhuber – wie jedes Jahr gleichbleibend – 2,4 Millionen Euro. „Im Prinzip sind wir damit auch jedes Jahr ausgekommen.“ Nur 2006 musste die Stadt eine Million Euro nachschießen.

Wie haben Sie den Wintereinbruch erlebt? Wie sieht es bei Ihnen vor der Haustür aus? Wie haben Sie die Fahrt ins Büro oder in die Innenstadt bewältigt? Schicken Sie uns hier Ihre Bilder in einer E-Mail an >>>diese Adresse! Schildern Sie uns Ihre Erlebnisse im Schnee-Chaos mit einem eigenen Artikel in unserem Leserportal OPINIO.

Quelle: RP

 
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