Gesundheitsamt warnt: Grippemittel nicht hamstern
zuletzt aktualisiert: 28.10.2005 - 15:51Düsseldorf (dto). Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf rät davon ab, Ärzte zur Verordnung eines verschreibungspflichtigen Grippemittels wie Tamiflu zu drängen. Die beobachteten Hamsterkäufe könnten sonst zu Versorgungsengpässen führen, befürchtet Amtsapotheker Clemens Schmidt.
"Diese Mittel müssen den Menschen zur Verfügung stehen, die sie aufgrund akuter Erkrankung dringend brauchen", sagt Schmidt. Eine prophylaktische und womöglich unkontrollierte Einnahme der Mittel könne zudem die Bildung von Resistenzen fördern. Im Falle einer Pandemie sei das Mittel dann beim Betroffenen möglicherweise weniger oder gar nicht mehr wirksam.
In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen über Vorratskäufe von Verbrauchern. "Es ist verständlich, dass sich die Menschen wegen der Ausbreitung der Vogelgrippe Sorgen machen und Vorsorge treffen wollen. Aber das Horten der Grippemittel ist sicherlich nicht die richtige Lösung", meint der Arzneimittelexperte des Gesundheitsamtes.
Es bestehe die Gefahr, dass sie falsch angewendet werden. "Die Mittel wirken nur, wenn sie innerhalb von 24 bis 36 Stunden nach dem Auftreten erster Symptome eingenommen werden. Die Symptome einer echten Grippe von denen eines normalen grippalen Infektes oder eines Schnupfens zu unterscheiden, ist aber für den Laien nicht möglich."
Die große Nachfrage nach den Grippemitteln lässt auch den Medikamenten-Handel im Internet blühen. Nicht immer sei nachvollziehbar, woher die Mittel kommen, so der Amtsapotheker. Man könne daher nicht mit Bestimmtheit sagen, was wirklich drin sei. Arzneimittelfälschungen seien gerade in unterentwickelten Ländern häufig.
Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium rät, sich bis zum Jahresende gegen die normale Grippe impfen zu lassen. "Bisher wurde die Grippeimpfung vor allem besonderes gefährdeten und älteren Menschen empfohlen. Man ist aber der Ansicht, dass der Impfschutz gegen die jährlich wiederkehrende, ‚normale Grippe' auch ein wichtiger Baustein im Kampf gegen eine mögliche Influenza-Pandemie ist", so der NRW Gesundheitsstaatsekretär Professor Stephan Winter.
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