Podiumsdiskussion mit CDU-Generalsekretär: Gröhe punktet im Maxhaus
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 - 07:30Düsseldorf (RPO). "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Dieser Ausspruch des Apostels Paulus wurde bei einer Podiumsdiskussion im Maxhaus dem neuen Generalsekretär der CDU, Hermann Gröhe, vorgehalten. Das zielte auf die aktuelle, vom hessischen Regierungschef Roland Koch (CDU) neu entfachte Hartz-IV-Debatte. Ob es richtig sei, dass man in Deutschland ohne Arbeit mehr Geld bekommen könne als mit Arbeit, wollte ein Fragesteller wissen.
Keine schärferen Sanktionen
Doch Gröhe stimmt nur bedingt zu. Richtig sei: "Bei Hartz IV funktioniert einiges nicht." Es müsse gezieltere Hilfestellung für jüngere Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende geben, so der CDU-General, der aber gar nicht schneidig, sondern ruhig und besonnen wirkte. Schärfere Sanktionen gegen diejenigen, die sich mit Hartz IV eingerichtet haben, lehnt Gröhe als nicht erforderlich ab. Im Übrigen gebe es schon jetzt die Möglichkeit, Bezieher von Hartz IV zu gemeinnütziger Arbeit heranzuziehen.
Gröhe, der auf Einladung des Bunds Katholischer Unternehmer (BKU) in Düsseldorf zum Thema "Politik aus christlicher Verantwortung" sprach, unterstrich die Bedeutung des "C" im Parteinamen. Die christlichen Wertvorstellungen seien für seine Partei eine Selbstverpflichtung, ohne dass man einen Exklusivitätsanspruch gegenüber anderen Parteien erhebe. Der Glaube sei ein Kompass, der in zentralen Fragen die Richtung weise, wie etwa bei den Themen Abtreibung, Patientenverfügung oder Rassismus. Die Soziale Marktwirtschaft speise sich aus dem Gedankengut der christlichen Soziallehre. Sie schließe unternehmerische Freiheit ebenso ein wie Solidarität mit den sozial Schwachen.
In der anschließenden Fragerunde stellte RP-Chefredakteur Sven Gösmann als Moderator den Eindruck völliger Harmonie unter den Christen in der Union ein wenig in Frage. Schließlich habe sich in der CDU erst unlängst ein katholischer Arbeitskreis gebildet. "Jeder, der sich engagiert, ist uns willkommen", bemerkte Gröhe, machte aber deutlich, dass die Katholiken in der Union keineswegs unterrepräsentiert seien. Immerhin seien die vier Stellvertreter der (evangelischen) Parteichefin Angela Merkel allesamt katholisch (Koch, Rüttgers, Schavan, Wulff).
Die CDU dürfe nicht hinter ihren ökumenischen Anspruch zurückfallen, mahnte der in Kleve geborene und Neuss lebende Protestant. Das gefiel der BKU-Chefin Maria Fischer ebenso wie die vollbesetzten Stuhlreihen im Maxhaus. Mit dabei: Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Stadtdechant Rolf Steinhäuser und Pfarrer Matthias Dargel, Vorstand Diakonie Kaiserswerth.
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