Baustellen in Düsseldorf: Grundstein für neues Gericht
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 23.10.2007 - 08:40Düsseldorf (RPO). Am Oberbilker Markt wird ein modernes Gebäude für das Amts- und das Landgericht gebaut. Es soll bürgernah ausgestattet werden. Platz für weitere Justiz-Bauten wird frei gehalten
Zur Grundsteinlegung für das neue Amts- und Landgericht am Oberbilker Markt gab es ein besonderes Geschenk: „Für die Klimatisierung der neuen Gerichtsgebäude wird die Geothermie genutzt und ein Latent-Wärme-Speicher eingebaut, das senkt die Betriebskosten mindestens um 25 Prozent“, erklärte Ferdinand Tiggemann, Geschäftsführer des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW. OLG-Präsidenten Anne-José Paulsen als Bauherrin freute sich über diese geringere finanzielle Belastung in der Zukunft. Ein Grund mehr zur Vorfreude auf das neue Zentrum, das „mit der Grundsteinlegung endlich Gestalt annehmen wird. Bisher sehen wir ja nur ein Loch“, meinte Paulsen.
Aber das soll sich schnell füllen. Bereits „Mitte Dezember wird mit dem Rohbau begonnen“, erklärte Projektleiter Wolfgang Stock (BLB). Ein Jahr später werde mit dem Innenausbau begonnen, und Ende 2009 sei der Einzug für die etwa 900 Richter und Mitarbeiter möglich.
Der Abschied vom lieb gewonnenen Standort Mühlenstraße in der Altstadt würde sicherlich vielen Mitarbeitern nicht leicht fallen, „aber das neue Haus bietet viele Vorteile und ist schön“, sagte Paulsen. Eine Vorbildwirkung für die gesamte Justiz hat es sogar, sagte Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter. „Denn hier wird deutlich, was wir unter einer bürgernahen und mitarbeiterorientierten Justiz verstehen.“
Möglich macht das auch die großzügige Architektur, die das Büro agn-Nieberghaus entworfen hat. Eine weiträumige Empfangshalle, angenehm wirkende Sitzungssäle und lichte Büros gehören ebenso dazu wie behindertengerechte Einrichtungen, ein detaillierte Wegweisung für Besucher und separate Eingänge für inhaftierte Beklagte. Auch das Konzept des umweltfreundlichen Wärmespeichers hat agn entwickelt, „weil wir uns auch über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes Gedanken machen“, sagte agn-Geschäftsführer Andreas Reichau.
Sein Büro hat auch die Zufahrt zum neuen Gerichtszentrum geplant, die allein von der Werdener Straße über den ersten Teil der geplanten Umgehungsstraße Oberbilk läuft. „Es wäre gut, wenn die Stadt den geplanten Umbau der Werdener Straße vorziehen und bis 2009 beenden könnte, damit vor dem neuen Gericht keine Baustelle mehr ist“, meinte Reichau. Denn zusammen mit dem neu gestalteten Oberbilker Markt werte das Gericht den Stadtteil auf.
Die Zufahrt endet in der Tiefgarage, die größer als das Gericht und Untergrund für einen so genannten Verfügungsbau ist. „Wir überlegen zurzeit, ob ein neues Gebäude für Zwecke der Justiz dort errichtet werden kann“, sagte Tiggemann. Ob dorthin einmal die Staatsanwaltschaft ziehen soll, wie in Justizkreisen gemunkelt wird, ist laut Tiggemann allerdings völlig ungewiss.
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