10.000 Menschen betroffen: Gut versorgt bei Demenz
VON STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 08:09Düsseldorf (RPO). Weil die Menschen älter werden, nimmt auch die Zahl der Demenz-Erkrankungen zu. Allein in Düsseldorf sind mindestens 10.000 Bürger betroffen.
"Wir haben ein Hilfenetz, um das uns viele Kommunen beneiden", sagt Jutta Giersch, Abteilungsleiterin für die Belange von Senioren und Pflegebedürftigen bei der Stadtverwaltung. In den vergangenen Jahren sind viele neue Angebote entstanden, die Unterstützung bieten.
Eines der herausragenden Projekte ist das "Demenznetz Düsseldorf", eine Kooperation von Stadt, Wohlfahrtsverbänden, Alzheimer-Gesellschaft und LVR-Klinikum. Damit sollen doppelte Strukturen vermieden werden – zu Gunsten der bestmöglichen Versorgung.
Eines der Erfolgsprojekte im Netz ist seit sechs Jahren das Demenz-Servicezentrum an der Willi-Becker-Allee. Die drei Mitarbeiter geben Tipps und Adressen an die Hand. Sie beraten unabhängig und haben von Jahr zu Jahr mehr Zulauf. "Das Thema rückt stärker in den Fokus der Ärzteschaft, und auch in der Bevölkerung ändert sich das Bewusstsein", bemerkt Mitarbeiterin Silke Lua. Viele Menschen kämen inzwischen in einem frühen Stadium der Erkraung. "Daran müssen wir weiterarbeiten. Außerdem würde ich mir wünschen, dass das Thema enttabuisiert wird", sagt sie.
Dabei helfen neue Projekte, unter anderem eine Schulung für öffentliche Dienstleister, darunter Polizeibeamte und Verwaltungsangestellte. Die Idee kam Silke Lua, als sie in einer Poststelle zufällig beobachtete, wie eine offenbar demenzkranke Frau eine Wurst umtauschen wollte. Die Angestellten waren darauf nicht vorbereitet. Den richtigen Umgang vermittelt sie nun in Kursen.
Nicht zuletzt sind Ärzte immer häufiger mit der Krankheit konfrontiert. Um sie weiterzubilden, haben Fachärzte in Düsseldorf die Initiative IDEAL gegründet. Damit qualifizieren sie vor allem niedergelassene Hausärzte. "Bei rund einer Millionen Demenzkranken in Deutschland und 5000 Neurologen und Psychiatern müsste jeder pro Quartal 200 Betroffene versorgen", rechnet Fachmediziner Martin Haupt vor. Deshalb sei es wichtig, dass Hausärzte mehr Kompetenzen bekommen. Bei der nächsten Veranstaltung will er über die neue Behandlungs-Leitlinie S3 aufklären.
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