Umfrage: Gute Noten für die Einkaufsstadt
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 17.08.2009 - 07:32Düsseldorf (RPO). Umfrage unter 1300 Passanten: Käufer und Besucher sind mit Düsseldorf hoch zufrieden. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen, die Verbesserungen anmahnen. Da die meisten Auswärtigen mit dem Auto anreisen, wird der Ruf nach mehr und geschäftsnahen Parkplätzen laut.
Bei allen Vorzügen, die Düsseldorf als Einkaufsstadt bietet, gibt es hinreichend viele Gründe, für eine kritische Betrachtung. Der Geschäftsführer beim Düsseldorfer Einzelhandelsverband, Rainer Gallus, kommentiert das Ergebnis einer breit angelegten Studie von Groß- und Einzelhandelsorganisationen, Stadt und Werbegemeinschaften mit der Aufforderung: "Die Einkaufsstadt muss sich überprüfen, und ihr überregionales Marketing auffrischen."
Dirk Henckel (Saturn), Sprecher der Düsseldorfer Händler, kritisiert: "400 Demonstrationen pro Jahr, die meisten an unseren Hauptkampftagen Freitag oder Samstag, halten auf Dauer die Käufer ab. Besonders weh tut das der Königsallee." Henckel ist außerdem für eine erneute Diskussion über die Höhe der Parkgebühren, die in keiner Relation zu mancherlei Einkäufen stünden. "Wenn ich irgendwo auf der grünen Wiese weniger oder gar nichts bezahlen muss, fahre ich doch eines Tages nicht mehr nach Düsseldorf."
Eine Befragung von 1300 Passanten auf der Königsallee, Schadowstraße, Nordstraße (Derendorf) sowie in der Altstadt und in Benrath zeichnet bei Einkäufern und Besuchern ein nahezu einheitliches Bild der Zufriedenheit. 94 Prozent der interviewten Besucher waren mit ihrem Ausflug nach Düsseldorf zufrieden. Knapp jeder Dritte entschied sich sogar für die Höchstwertung "sehr zufrieden".
Ähnlich wurden die Kriterien Angebot, Service und Einkaufsatmosphäre gesehen. Vier von fünf Befragten gaben positive Bewertungen ab – für die Königsallee zu 97, die Schadowstraße zu 87, die Altstadt zu 91, die Nordstraße zu 99 und Benrath zu 97 Prozent.
Wer nach Düsseldorf kommt, will "bummeln und einkaufen". Mindestens zwei von drei Befragten gaben dies als Gründe an. Auch wer andere Dinge zu erledigen hat, nutzt seinen Aufenthalt, um sich in den Geschäften umzusehen. Die Königsallee zieht besonders Kunden aus umliegenden Regionen und dem Ausland an. In keinem einem anderen Geschäftsviertel ist ihr Anteil höher als auf der Luxusmeile: 64 Prozent im Durchschnitt der Woche, an Samstagen sogar 80 Prozent.
Gut die Hälfte der auswärtigen Besucher kommt aus Städten wie Neuss, Meerbusch, Ratingen, Mettmann, Monheim und Hilden. Die anderen reisen vor allem an den Samstagen von weiter her an. Hier spielen das Ruhrgebiet, das Bergische Land und der untere Niederrhein eine besondere Rolle. Im Durchschnitt bleibt der auswärtige Besucher knapp zwei Stunden in der Stadt, drei von vier Düsseldorf-Gästen fahren "mit einer vollen Einkaufstasche" wieder nach Hause.
Bei all den positiven Einschätzungen hat Düsseldorf auch Schwachpunkte, die nach Meinung von Verbandsgeschäftsführer Rainer Gallus aufgearbeitet werden müssen. So reisen zwei Drittel der auswärtigen Besucher mit dem Auto an. "Schnelligkeit und Bequemlichkeit" seien die maßgeblichen Faktoren für die Wahl der Verkehrsmittel.
Folglich sieht mehr als jeder Dritte (35 Prozent) bei der Frage nach geschäftsnahen Parkmöglichkeiten "besonderen Verbesserungsbedarf". Mehr Sitzgelegenheiten, um sich auszuruhen und mehr Grün in der Innenstadt stehen außerdem hoch im Kurs (28 und 22 Prozent. Für seine Forderung, das überregionale Marketing aufzufrischen, findet Gallus Unterstützung bei Eckart Görner (Foto Koch, City-Ring Schadowstraße). Die Erwartungen der Besucher würden weitgehend erfüllt, dennoch gebe es Verbesserungspotenzial. "Die Stadt darf nicht müde werden, über die Region hinaus auf ihre Einkaufsqualitäten hinzuweisen", betont der Experte.
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