Hersteller lieben Düsseldorf: Hauptstadt der Luxus-Autos
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 17.11.2008 - 07:37Düsseldorf (RPO). Immer häufiger kommen die Hersteller von Nobel-Wagen nach Düsseldorf, um hier ihre neuen Modelle zu präsentieren. Schöne Autos auf der Königsallee, im Medienhafen und vor der Rheinfront bringen gute Motive – und der Stadt einen bundesweiten Werbeeffekt.
Luxus-autos. jeder Preisklasse sehen die Düsseldorfer täglich. Dafür müssen sie nur über die Kö schlendern. Aber in letzter Zeit haben sie häufig Fahrzeuge gesehen, die noch gar nicht zu kaufen sind – und die tauchen dann auch gleich noch im guten Dutzend auf. Der Hintergrund: Automobilunternehmen präsentieren ihre neuesten Modelle vor der Markteinführung stets einem internationalen Fachpublikum.
Gerne lädt man Berichterstatter und prominente Gäste dafür nach Italien, Spanien oder Portugal – weil dort das Wetter übers Jahr besser ist als weiter im Norden. Aber neuerdings haben die Firmen Düsseldorf als idealen Präsentationsstandort entdeckt und laden zur Probefahrt zwischen Altstadt, Angermund und Umgebung.
Josef Schlossmacher, Audi-Sprecher für Produktion und Technik, begründet die neue Liebe für Düsseldorf so: „Die Stadt hat ein hohes Maß an Modernität. Das passt sehr gut zu unseren Autos.“ Außerdem sei Düsseldorf sehr gut erreichbar – vor allem der nahe gelegene Flughafen sei ein großer Vorteil. Dort landen die Gäste aus aller Welt, oft in eigens gecharterten Maschinen, sind innerhalb weniger Minuten mitten in der Stadt – und können dann sofort zur ersten Probefahrt starten. 30 bis 40 der neuen Fahrzeuge stehen für diese Fahrten normalerweise bereit.
Audi war innerhalb der letzten zwei Jahre zweimal in Düsseldorf und zeigte hier den neuen S 8, drei neue Varianten des A 6 und den Geländewagen Q 7 mit dem großen V-12-Motor. Beide Male hatte man sich das Interconti an der Kö für jeweils rund 14 Tage als Hauptquartier ausgesucht und dort einen erheblichen Teil der Zimmer belegt.
Jeweils 500 bis 700 Journalisten aus mehreren Dutzend Ländern, in denen Audi-Fahrzeuge verkauft werden, waren dafür nach Düsseldorf geflogen worden. Meist bleiben sie einen Tag und eine Nacht, selten mehr. Dann kommt der nächste Schwung. Aber alle nutzen die Zeit auch für einen Besuch der Altstadt oder einen Einkaufsbummel über die Kö – für die Stadt ein an Wert nicht zu unterschätzender Werbeeffekt .
DaimlerBenz hat Düsseldorf ebenfalls für sich entdeckt. Als man den neuen Geländewagen GLK marktreif hatte, wurde er hier zum ersten Mal überhaupt gezeigt. Die Stuttgarter hatten den Breidenbacher Hof als Herberge ausgesucht und ebenfalls lange einen großen Teil der Zimmer belegt. Als mehrere Autos dieses Typs vor dem Luxus-Hotel parkten, war die Neugier der Passanten groß – was die Mercedes-Macher durchaus gerne sahen, schließlich könnten unter den Schaulustigen auch potenzielle Käufer sein.
Die Autohersteller – Nissan und Lancia waren übrigens auch schon hier – schätzen außerdem die Umgebung der Landeshauptstadt. Stets werden Probefahrt-Routen ausgearbeitet, die einen Mix aus Autobahn, Landstraßen, engen Ortsdurchfahrten und landschaftlich reizvollen Strecken bieten. Die unmittelbare Nähe Düsseldorfs zum Niederrhein und zum Bergischen Land mit dem hervorragenden Straßennetz sind gute Voraussetzungen, solche Routen zusammen zu stellen.
Äußerst reizvoll für die Auto-Leute ist zudem das Meilenwerk in Wersten. In dem riesigen alten Lok-Schuppen, in dem Oldtimer aller möglichen Marken auf Fans und Käufer warten, finden sich reichlich Kulissen für die neuen Modelle.
VW nutzte diese „Event-Location“ daher gern und mit großem Erfolg, um die besonders exklusive Markenveredlung „Individual“ zu zeigen. Die Wolfsburger waren auch während der boot im Frühjahr am Rhein: Auf dem neuen Ponton-Schiffen des Monkey’s-Restaurants stellten sie die neueste Version ihres Wohnmobils California vor. Für dieses Event hatten die noch nicht genehmigten Schiffe eine Sondergenehmigung erhalten und durften vor der Messe anlegen.
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