Ausstellung über deutsche Emigration zur NS-Zeit: "Haymatloz" in der Türkei
zuletzt aktualisiert: 14.11.2007 - 14:08Hunderte deutscher Wissenschaftler, Politiker und Künstler fanden 1933 bis 1945 Exil in der Türkei. Sie kamen auf Einladung der türkischen Regierung, um Schutz vor den Nationalsozialisten zu suchen und an der Modernisierung der türkischen Gesellschaft mitzuwirken. "Haymatloz“ schrieben die türkischen Behörden den Flüchtlingen in ihre Fremdenpässe, nachdem sie vom Deutschen Reich ausgebürgert worden waren. "Haymatloz" ging sogar als Lehnwort in die türkische Sprache ein.
Mit der Ausstellung „Haymatloz“ erinnert jetzt die Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte an die aus Vertriebenen und diesen wenig bekannten Aspekt der Emigration. Gleichzeitig ruft die Ausstellung aber auch die Reformepoche der Türkei unter Atatürk und Inönü in Erinnerung.
Gezeigt werden Fotos und Dokumente, die die Lebenswege deutschsprachiger Emigranten in der Türkei anschaulich machen. Zu ihnen gehörten so bekannte Persönlichkeiten wie der Radiopionier Alfred Braun, der Komponist Paul Hindemith, der Dirigent Ernst Praetorius, der Politiker Ernst Reuter, der Schriftsteller George Tabori und die Düsseldorfer Ärztefamilie Eckstein.
Die Ausstellung wird am Sonntag, 18. November, 11.30 Uhr, im Beisein des stellvertretenden Generalkonsuls der Republik Türkei in Düsseldorf, Nuray Inöntepel, und des Zeitzeugen Peter Eckstein eröffnet.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und dem Türkischen Volkshaus Düsseldorf e.V.. Sie läuft bis zum 27. Januar und kann während der Öffnungszeiten der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, kostenlos besucht werden (sonntags sowie dienstags bis freitags 11 bis 17 Uhr; samstags 13 bis 17 Uhr).
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