Umbau für 14 Millionen Euro: Heerdter Dreieck: Nachbarn klagen
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 05.05.2010 - 07:18Düsseldorf (RPO). Am Mittwoch wird der Rat den Umbau des Verkehrsknotenpunktes für knapp 14 Millionen Euro beschließen. Aber man wird sich vor dem Verwaltungsgericht über diese Pläne auseinandersetzen müssen, denn in den betroffenen Vierteln regt sich Widerstand.
Der bevorstehende Umbau von Teilen des Heerdter Dreiecks stößt im benachbarten Stadtviertel auf Widerstand. Der Umbau, der neue Verkehrsflüsse schaffen und alte unterbrechen soll, wird von den Kritikern als unübersichtlich empfunden, man fürchtet zusätzliche Belastungen in den umliegenden Straßen.
Wie sieht das neue Verkehrskonzept aus?
Es schließt den Zugang von der Pariser Straße zur Autobahn, verbindet dagegen die Schanzenstraße mit der Schnellstraße und setzt darauf, den Verkehr aus dem neuen Viertel Belsenpark komplett über die Hansaallee abzuwickeln.
Welche Folgen hat die gekappte Zufahrt zur B7/A 52 von der Pariser Straße/Düsseldorfer Straße aus?
Das ist strittig. Verkehrsplaner sagen, dadurch würde der Durchgangsverkehr auf der Düsseldorfer Straße erheblich zurück gehen, da es keinen "Schleichweg" mehr ab Kniebrücke Richtung Autobahn gibt. Anwohner glauben das nicht. Außerdem argumentieren Verkehrsexperten, dass der Wegfall dieser Anschlussstelle den Abfluss des stadtauswärts rollten Verkehrs, der aus dem Rheinalleetunnel Richtung A 52 rollt, erheblich beschleunigen und Staus verhindern wird.
Wer kündigt Widerstand an?
Die Bürgerinitiative Sichere Luegallee kritisiert vor allem die Bebauung Belsenpark. Man fürchtet eine Überlastung der Straßen des Ortsteils Oberkassel und sieht kein Verkehrskonzept. Zudem fürchtet man, dass bisher eher ruhige Straßen wie die Schanzenstraße künftig zu Rennstrecken Richtung Autobahn werden. Diese Gruppe kündigte gestern an, gegen das Konzept zu klagen. Der linksrheinische Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) fühlt sich falsch informiert und regelrecht überfahren. Dem widerspricht beispielsweise FDP-Ratsfrau Monika Lehmhaus, Fachfrau für linksrheinische Projekte: Das gesamt Konzept sei schon vor zwei Jahren präsentiert und diskutiert worden. Von einem "Durchpeitschen" könne keine Rede sein.
Spielen Busse und Bahnen eine Rolle?
Kaum – und das kritisiert z.B. der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der mahnt an, man mache den Fehler, zuerst die Bauten zu planen und danach den Verkehr. Vernünftig wäre es nach Meinung des VCD, den gesamten Verkehr durch eine neue Bahn-Rheinquerung zu entlasten. Die Brücke könne in Höhe Seestern Nord (zwischen Niederkassel und Löricker Freibad) den Rhein überqueren und drüben einen Anschluss an die Messe, auf der anderen Seite Anschluss schaffen bis Neuss und Mönchengladbach.
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