In der Düsseldorfer Messe: Heidi sucht das nächste Topmodel
VON ULRIKE WINTER - zuletzt aktualisiert: 12.02.2009 - 07:28Düsseldorf (RPO). Die Düsseldorferin Marina Simijonovic ist dabei, wenn Deutschlands blonder Exportschlager Heidi Klum ab Donnerstag mit dem Modelagenten Amin Peyman und Casting-Direktor Rolf Schneider den neuen Stern am Model-Himmel auswählt. Sie erzählt von ihren Hoffnungen und Erwartungen.
Geschlagene neun Stunden musste Marina Simijonovic in der überfüllten Düsseldorfer Messehalle warten. Ohne zu wissen, ob sie sich überhaupt zeigen durfte. Sie durfte. Beim Germany's-Next-Top-Model-Massencasting, bei dem binnen fünf Stunden 1104 Mädchen begutachtet, bewertet, nach Hause geschickt oder immer wieder weiter gewunken wurden, gehörte die 24-Jährige zu Letzteren. Damit ist die Düsseldorferin dabei im Rennen um den Titel "Germany's Next Top Model".
Am Donnerstag wirft Übermodel Heidi Klum zum vierten Mal ihre mediale Rekrutierungsmaschine an. Mit den Co-Juroren, Modelagent Amin Peyman und Casting-Direktor Rolf Schneider, sucht Deutschlands blonder Exportschlager in den nächsten Wochen Deutschlands nächstes Topmodel – was angesichts einer außergewöhnlich hohen Bewerberzahl von 21 266 außergewöhnliche Maßnahmen erfordert. Nicht nur wie bei dem bisher nie dagewesenen Powercasting. "Wir machen diesmal die allerhärtesten Sachen mit den Mädchen", kündigte die Moderatorin aus Bergisch-Gladbach an.
Dafür, dass sie "ihre Mädchen" in den vergangenen Shows unter anderem mit Schlangen posen oder auf High Heels über Hochhausdächer balancieren ließ, erntete die 35-Jährige herbe Kritik. Aufmerksamkeit ist dem Quotenschlager (4,5 Millionen sahen das Finale der dritten Staffel) also auch diesmal sicher.
Marina sieht's gelassen. Seit zwei Jahren modelt die gebürtige Aachenerin bereits professionell. Mit Modenschauen und Katalog-Shootings finanziert sie ihr Studium zur Innenarchitektin. Von der Show erhofft sie sich vor allem professionelle Kritik, Tipps aus erster Hand, die ihr beim Weiterbasteln an ihrer Karriere helfen.
Mit dem großen Durchbruch liebäugelt sie – zumindest öffentlich – schon deshalb nicht, weil sie dann "nicht enttäuscht werden kann", wie sie sagt. Und selbst wenn sie ihre Telegenität und Wortgewandtheit, wie sie ihre Stärken beschreibt, bis zur letzten Folge bringen würde: "Die Show ist nur eine Pforte, die einem geöffnet wird. Durchgehen muss man selber – auch dann noch, wenn die Sendung längst vorbei ist."
Wie die Laufbahnen der bisherigen drei Gewinnerinnen beweisen: Lena Gercke, quirliger Klum-Klon und Siegerin der ersten Casting-Show, warb seitdem immerhin für Microsoft, Katjes und moderiert den österreichischen Show-Ableger Austria's Next Top Model. Ihre Nachfolgerin Barbara Meier fiel nach Shampoo-Werbespots vor allem im Pro-Sieben-Shop auf, als Trägerin der "We-Love"-Windjacke aus der Kollektion des Senders.
Ihr Mathematik-Studium hat die Bayerin inzwischen unterbrochen, um den Durchbruch als Model doch noch hinzukriegen. Die Siegerin der dritten Staffel, Jennifer Hof (Jenny KL), macht gerade ihre Mittlere Reife – große Engagements bei großen Schauen seien bisher nicht zu erwarten, lästern die Gazetten, die stattdessen Toni Garrn und Julia Stegner als echte Stars am deutschen Modelhimmel feiern.
Supermodel Heidi Klum kommentiert die Perspektiven ihrer Siegerinnen – passend zum Moderationsstil – nüchtern. Wirklichen Erfolg müssen sich die Mädchen "durch viele Castings im Ausland selbst erarbeiten", sagt sie. Denn sie weiß selbst: "Der Sieg bei Germany's Next Topmodel ist zwar in Deutschland etwas Besonderes. Im Ausland interessiert das niemanden."
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