Auf dem Campus eingerichtet: Heimlich in der Uni geschlafen – 450 Euro Strafe
zuletzt aktualisiert: 10.12.2009 - 07:27Düsseldorf (RPO). Das klassische Studentenalter hat er längst überschritten. Und doch war ein 52-jähriger Montagearbeiter gerne auf dem Unigelände. Offenbar hat er sich im Nebenraum eines Hörsaalgebäudes über Monate hinweg ebenso heimlich wie häuslich eingerichtet.
Erst im April fiel sein Einzug dem Sicherheitsdienst auf. Dafür jetzt 450 Euro Strafe wegen Hausfriedensbruchs zu zahlen, lehnte der ertappte Uni-Bewohner ab. Aber zum Prozesstermin beim Amtsgericht ist er gestern nicht erschienen. Er sei wieder als Monteur unterwegs, ließ er dem Richter ausrichten.
Tagsüber soll sich der 52-Jährige regelmäßig Zugang zu jenem Uni-Gebäude verschafft und dabei unbemerkt ein Fenster im Erdgeschoss geöffnet haben. Offenbar ist monatelang niemandem aufgefallen, dass der Nebenraum, der auch als Abstellkammer genutzt wurde, heimlich bewohnt war. Bis ein Security-Mitarbeiter stutzig wurde. Bei einer Durchsuchung des Raumes fanden sich Rasierutensilien des Angeklagten, versteckte Kleidung, eine Bahnkarte und Kontoauszüge.
Als er ertappt worden war, hatte der 52-Jährige noch behauptet: "Ich habe hier studiert und arbeite hier!" Dazu präsentierte er eine Immatrikulationsbescheinigung plus Bibliotheks-Ausweis. Eine Überprüfung ergab jedoch, dass die Dokumente schon längst abgelaufen waren. Zwar besitzt der Mann auch eine offizielle Melde-Adresse. An dieser Adresse liegt allerdings eine Obdachlosen-Notunterkunft.
Weil der 52-Jährige die Gerichtsverhandlung wegen der Geldstrafe gestern aber verstreichen ließ, hat der Richter den Protest des Montagearbeiters verworfen. Damit ist die verhängte Strafe jetzt doch fällig.
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