Sechs Weihnachtskonzerte: Heimspiel für die Toten Hosen
VON MARCEL BERNDT UND UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 22.12.2009 - 07:31Düsseldorf (RPO). Zum Abschluss der "Machmalauter"-Tour spielen die Punker sechs Weihnachtskonzerte im ISS Dome. Jedes ist mit 12.000 Fans ausverkauft. Viele kommen von weit her, manche sind gleich bei mehreren Konzerten dabei. Alle sind begeistert von Campino, Breiti, Andi, Kuddel und Vom Ritschie.
Aus dem tiefen Westfalen, da wo man eher ein wenig mundfauler ist als im Rheinland, kam Kerstin Funke mit ihrer Schwerster Katrin nach Düsseldorf. Die Mission: Campino & Co treffen. Gleich vier der sechs Weihnachtskonzerte schauen sich die beiden aus Borken an, genug von Campino können sie nicht bekommen.
Fast alle der sechs Mal 12.000 Fans, die an den Abenden bis zum zweiten Weihnachtstag nach Rath pilgern werden, schätzen an den Lokalmatadoren, dass sie immer bodenständig geblieben sind. "Die sind nicht abgehoben. Campino ist ein Typ wie du und ich", sagt Jürgen Schwer.
Er ist gemeinsam mit seinem Freund Sascha Rinner aus Landau in der Pfalz angereist. Extra für das Hosen-Konzert. Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden einen weiten Weg für die Punker aus Düsseldorf inkauf nimmt. Für Jürgen ist es das 30. Hosen-Konzert, für Sascha das zehnte. Hardcore-Fans nennt man solche beinharten Kerle.
Doch auch solche werden weich, wenn Campino und seine vier Mitstreiter Kuddel, Andi, Breiti und Vom Ritschie die eher leisen Töne anschlagen. Ganz im Dunklen, ganz ruhig, ganz sentimental erinnert Campino in "Nur zu Besuch" an den Tod zweier langjähriger Begleiter der Band. Mit dem Lied verarbeitete er 2002 den Tod seiner Mutter.
Diesen Abend widmete der Frontmann das Lied Leibwächter Manfred Meyer, der im Januar verstarb und dem Fahrer und Assistenten Uwe Faust, der im November starb. Für Arndt Gerhardts aus Viersen war es ein ganz bewegender Moment. Viele haben in diesen Augenblicken Tränen in den Augen, erinnern sich an sie und an andere längst verschiedene liebe Menschen.
"Die Konzerte sind immer sehr familiär", sagen viele, die an diesen Abenden in den ISS Dome kommen. Das liegt auch daran, dass die Toten Hosen es mittlerweile schaffen, ganze Familien anzulocken. Jens und Philipp Joseph aus Dresden sind so ein Beispiel. Vater Jens (42) hat seinem 18-jährigen Sohn die Musik näher gebracht, der seit dem neunten Lebensjahr Hosen-Fan ist. Seitdem gehen sie regelmäßig gemeinsam auf Konzerte.
Das Düsseldorfer Weihnachtskonzert war ihr bisher neuntes auf der "Machmalauter"-Tour. Beinhart eben. Das Besondere: Bei allen Weihnachtskonzerten nehmen sich die Toten Hosen auch die klassischen Weihnachtslieder zur Brust: "Stille Nacht", "Alle Jahre wieder" und "Leise rieselt der Schnee". Den meisten gefällt das. Carsten Ahlers hat für die Band noch einen Rat: "Sie sollen noch 30 Jahre so weiter machen."
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