Auszeichnung mit 25.000 Euro dotiert: Heine-Preis 2004 für Robert Gernhardt
zuletzt aktualisiert: 06.12.2004 - 14:52Düsseldorf (dto). Der Schriftsteller, Lyriker und Karikaturist Robert Gernhardt erhält den Heine-Preis 2004 der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Am kommenden Montag wird ihm der Preis von Oberbürgermeister Joachim Erwin in einer Feierstunde im Plenarsaal des Rathauses verliehen. Die Laudatio hält der Kritiker und Literaturwissenschaftler Dr. Michael Maar. Gernhardt hat an diesem Tag doppelten Grund zur Freude: Wie Heine, hat auch er am 13. Dezember Geburtstag.
Der Heine-Preis wird, wie es in den Bestimmungen heißt, durch den Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf aufgrund der Entscheidung des Preisgerichtes "an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten".
Die Jury traf ihre Entscheidung bereits im März 2004. Sie begründete ihr Votum wie folgt: "Robert Gernhardt begleitet seit Jahrzehnten im Sinne Heinrich Heines als kritischer Beobachter, Dichter und Karikaturist die ‚deutschen Zustände‘. Alles Hohle, alles Vordergründige gibt er der Lächerlichkeit preis. Mit Humor und Ehrlichkeit setzt er sich für ein demokratisches Miteinander ein."
Gernhardt wurde am 13. Dezember 1937 als Sohn eines Richters in Reval/Estland (heute Tallin) geboren. Er studierte Malerei und Germanistik in Stuttgart und Berlin. Seit 1954 lebt er als freier Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist in Frankfurt am Main. Er gehörte zu den Stars der Satire-Zeitschriften "Pardon" und "Titanic". Anfang der 80er-Jahre gelang ihm dann auch der Durchbruch zum "anerkannten Gegenwartsliteraten", wie er voller Selbstironie bekundete. Kinderbücher, Zeichnungen, Gedichte, Essays, Erzählungen, auch ein Bühnenstück und ein Roman demonstrieren, dass sich Gernhardts Werk längst nicht mehr auf das Humorfach beschränken lässt. Besonderen Stellenwert genießt die Lyrik.
Seine Parodierkunst demonstrierte Gernhardt 1998 wieder mit dem Band "Klappaltar. Drei Hommagen", in dem er sich mit Respekt, aber auch Lust den Dichtern Heine, Brecht und Goethe widmete. Den Rezensenten lieferte er damit das Stichwort, Gernhardt selbst sei in die Tradition großer deutscher Dichter wie Heine, Brecht und Kästner zu stellen ...
Der Preis, den Düsseldorf als Vaterstadt zu Ehren des hier 1797 geborenen Heinrich Heine gestiftet und 1972 erstmals verliehen hat, wird damit zum 15. Mal vergeben. Zunächst erfolgte die Vergabe in dreijährigem Rhythmus, seit 1981 in zweijährigem Rhythmus. Zu den bisherigen Heine-Preisträgern zählen Carl Zuckmayer, Sebastian Haffner, Walter Jens, Carl Friedrich von Weizsäcker, Max Frisch, Hans Magnus Enzensberger und Elfriede Jelinek.
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