Französische Publizistin: Heine-Preis an Simone Veil überreicht
zuletzt aktualisiert: 13.12.2010 - 15:08Die französische Publizistin und Politikerin Simone Veil hat am Montag in Düsseldorf den Heinrich-Heine-Preis entgegengenommen. Die Autorin hatte als Jugendliche den Holocaust überlebt und sich später für die deutsch-französische Verständigung eingesetzt.
Sie werde als herausragende Persönlichkeit und wahre Bürgerin Europas geehrt, sagte Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) anlässlich der Überreichung der mit 50.000 Euro dotierten Auszeichnung. Das Zusammenwachsen und die Stabilität Europas habe stets im Zentrum ihres politischen und kulturellen Lebens gestanden.
Veil wurde 1927 geboren. Als Jugendliche überlebte die heute 83-Jährige die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Veil für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich ein. Sie habe wesentlich dazu beigetragen, "Europa eine Seele zu geben", hatte die Jury ihre Wahl begründet.
Der Heine-Preis, den Düsseldorf als Vaterstadt zu Ehren des 1797 geborenen Heinrich Heine gestiftet hat, zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen in Deutschland und wird seit 1972 verliehen. Die Auszeichnung wird durch die vom Rat der Stadt Düsseldorf eingesetzte Jury "an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten". Zunächst erfolgte die Vergabe in dreijährigem Rhythmus, seit 1981 in zweijährigem Rhythmus.
Zu den bisherigen Heine-Preisträgern zählen die Schriftsteller Amos Oz (2008), Robert Gernhardt (2004) und Elfriede Jelinek (2002).
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