Hans Michael Piper gewählt: Heine-Universität hat neuen Rektor
VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008 - 09:11Düsseldorf (RPO). Nach 40 Minuten hatte er sie überzeugt: Mit 20 von 21 Stimmen wählten die Senatoren der Heine-Universität gestern den Gießener Mediziner Hans Michael Piper (56) zum neuen Uni-Rektor; eine Stimme war ungültig.
„Ich fühle mich hervorragend und bin froh, der neue Rektor zu sein“, sagte Piper. Der Posten war im Zuge der Hochschulreform ausgeschrieben worden. Das höchste Gremium der Uni, der Hochschulrat, hatte Piper am 15.August designiert; gestern bestätigte der Senat diese Wahl.
Offiziell ernannt wird Piper frühestens am 16. Oktober, da er noch an der Uni Gießen tätig ist und einige Formalia geklärt werden müssen. Noch vor der Ernennung wird Piper mit den Dekanen der Fachbereiche sprechen, um mit ihrer Hilfe sein künftiges Rektorat zu suchen. Dieses wird ihn bei der Entwicklung der Uni unterstützen. Wichtig sind dem Noch-Gießener dabei vor allem folgende Punkte: Er will die Verbindung zwischen Uni und Stadt stärken und dafür schon bald mit Oberbürgermeister Dirk Elbers sprechen. Der Rektor müsse als Botschafter der Uni fungieren und deren Kunde zu den Bürgern tragen. „Es wäre gut, wenn alle wüssten, dass wir eine starke Universität in einer starken Stadt haben.“
Darüber hinaus will er die Lehre verbessern. „Die Universität findet in bundesweiten Ranglisten immer wieder Anerkennung für bestimmte Fächer. Das müssen wir weiterentwickeln.“ Denn gute Lehre trage zur Attraktivität einer Hochschule ebenso bei wie hohe Einnahmen aus Drittmitteln, also Förderung aus Gesellschaft und Industrie.
Ein dritter wichtiger Punkt ist für Hans Michael Piper, die Heine-Uni exzellent zu machen. „Es ist die Aufgabe des Rektors, die Kräfte der Universität so zu bündeln, dass diese in der Exzellenzinitiative erfolgreich ist.“ Dabei solle aber kein Bereich vernachlässigt werde, betonte er und umschrieb: Eine Skyline strahle heller als ein Leuchtfeuer.
Über Studienbeiträge äußerte Piper sich zwar grundsätzlich skeptisch, unterstrich aber, dass die Entscheidung, sie abzuschaffen, nicht an der Uni, sondern in der Politik falle. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Beiträge transparent und kreativ eingesetzt werden und ihren Zweck erfüllen: die Studiensituation der Studenten zu verbessern.“
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