Regierungspräsident untersagt Aufführung am Karfreitag: Heinersdorff schäumt vor Wut
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 22.03.2005 - 08:52Düsseldorf (dto). René Heinersdorff, Chef des Theaters an der Kö, schäumt vor Wut. Von der Presse habe er am Montagabend erfahren, dass Regierungspräsident Jürgen Büssow die Aufführung des Stücks "Freunde zum Essen" am Karfreitag untersagen lassen will. Büssows Argument: Das Stück sei als Komödie mit dem "stillen Feiertag" nicht verträglich. Heinersdorffs Konter: Andere Bühnen blieben ebenfalls geöffnet, das Verbot sei "ein Skandal und eine Unverschämtheit".
Es seien nur ernste Darbietungen erlaubt, heißt es in einer kurzen Pressemitteilung der Bezirksregierung, die für eine persönliche Stellungnahme nicht zu erreichen war. "Regierungspräsident Jürgen Büssow wiederholt (...) seine rechtlichen Erwägungen gegenüber dem Ordnungsamt der Stadt Düsseldorf, dass die Aufführung des Stückes 'Freunde zum Essen' am Karfreitag werden müsse", so die Behörde weiter.
Bei Heinersdorff hört sich das anders an. "Das Stück hat den Pulitzer-Preis erhalten. Es geht um ein Plädoyer für die lebenslange Liebe". Die Aufführung am Karfreitag werde in jedem Fall stattfinden. "Jeder Polizist hat mit Widerstand zu rechnen", droht er. Besonders wütend mache ihn die Tatsache, dass in anderen Häusern wie dem Schauspielhaus oder der Komödie am gleichen Tag Aufführungen stattfänden. Hintergrund des Karfreitags-Theaters, so Heinersdorff, seien "Rivalitäten zwischen Büssow und OB Erwin".
Auf Wunsch der Bezirksregierung hatte er nach eigenen Angaben bereits am Donnerstag eine Interpretation des Stücks an die Behörde geschickt, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine seichte Boulevardkomödie handele. Für eine Absage der Vorstellung sei es nun auch aus wirtschaftlichen Gründen zu spät, ergänzte er gegenüber RP Online. Im Falle einer Aufführung droht dem Theater nun eine Geldstrafe.
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