Sänger tritt in St.-Josef-Kirche auf: Heino kehrt heim
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 11.11.2009 - 11:02Düsseldorf (RPO). In der Düsseldorf-Oberbilker St.-Josef-Kirche wurde Heino getauft und gefirmt. Dort will der Volksliedsänger an seinem Geburtstag ein Weihnachtskonzert geben – und rät der Kirche, nicht nur auf "Beten und Parolen" zu setzen.
Die charakteristische Brille mit dem markanten Heino-Schriftzug, die in seinem Rathaus-Café in Bad Münstereifel an der Kuchentheke verkauft wird, hat er zu Hause gelassen. Beim Besuch in der alten Heimat Oberbilk trägt er ein klassisches Modell von Persol. Überhaupt sollen ihn die Düsseldorfer ganz anders erleben, wenn er am 13. Dezember (18 Uhr) an seinem 71. Geburtstag in der St. Josef-Kirche im Rahmen seiner Kirchentournee "Die Himmel rühmen" zum Festkonzert anrückt. "Keine schwarze Barbara, kein Caramba, sondern ein würdiges Programm", stellt seine Frau Hannelore klar.
In St. Josef ist Heino getauft worden, hier ist er zur Kommunion gegangen, hier wurde er gefirmt. "Ich glaube, hier habe ich auch geheiratet", erzählt er beim Gang über den Josefsplatz, ganz sicher ist er sich nicht. "Als ich hier aufgewachsen bin, standen die ganzen Häuser noch nicht, hier war ja alles zerbombt." Heinos Vater, ein Zahnarzt, war 1941 in Russland gefallen. Erst nach dem Krieg kehrte Heino mit der Mutter und seiner älteren Schwester aus Pommern über Sachsen nach Oberbilk zurück, wo er ab 1952 bei Bäckermeister Theodor Voss in die Lehre ging.
Prägender als das Gemeindeleben in St. Josef waren für den jungen Mann die Kneipen rund um den Gangelsplatz, wo heute noch eine Tante, ein Onkel und ein Cousin wohnen. "Messdiener? Nee, die waren nicht in unserem Club, das waren eher so weichliche Typen", sagt Heino und lacht. Im Arbeiterstadtteil Oberbilk ging es handfest zu. Lebhaft erinnert sich der Volkssänger, wie er als 14-Jähriger unter eine Wirtshausbank flüchtete, als zwei Zimmerleute sich mit einem Boxer anlegten. "Das war eine Nahkampfzone hier."
Seinen Geburtstag wird er am 13. Dezember nach dem Kirchenkonzert wohl hier feiern, im "Gangels Hof" an der Oberbilker Allee, wo er als Jugendlicher mit dem Akkordeon auftrat. Sein Lieblingslied war 1956 Freddy Quinns deutsche Version von Dean Martins "Memories Are Made of This". "Ich wollte eines Tages so berühmt werden wie er", erzählt Heino; berühmt wie Dean Martin, nicht wie Freddy Quinn. Sein Mission fand Heino dann allerdings darin, "ein Liedgut zu retten: das deutsche Volkslied. Wenn man in den 60er Jahren das Radio einschaltete, waren da nur noch die Nachrichten in Deutsch."
Die Kirchentournee, auf der Heino seit Mitte September in Deutschland und Österreich unterwegs ist, war die Idee von Hannelore: "Da wir beide schon einmal verheiratet waren, konnten wir uns nicht kirchlich trauen lassen. Da habe ich mir von Heino ein Kirchenkonzert zum 30. Hochzeitstag gewünscht." Der Volksliedsänger wünscht sich, dass durch seine Tournee vielleicht auch jüngere Leute wieder einmal den Weg in die Gotteshäuser finden. "Man kann die Menschen nicht nur mit Beten und Parolen locken. Da muss man mal was anderes bieten, dann sagen die Leute vielleicht: Was haben wir für eine schöne Kirche, da gehen wir mal wieder hin."
Sie gingen nicht jeden Sonntag, erzählt Hannelore. Aber wenn sie an einer Kirche vorbeikämen, zündeten sie immer eine Kerze an. Genauer: drei. "Die erste für die Gesundheit, die zweite für ehelichen Frieden und die dritte für allgemeinen Erfolg. Dass man einen Euro mehr in der Tasche hat, als man braucht", erklärt Hannelore. So macht sie es dann auch in St. Josef.
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