Ausgefallene Orte sind modern: Heiraten in der Lounge
VON JESSICA SCHWARZER - zuletzt aktualisiert: 14.01.2008 - 10:05Düsseldorf (RPO). Düsseldorfs Paare heiraten längst nicht mehr nur an der Inselstraße und in den Kirchen der Stadt. Ausgefallene Orte sind schon seit längerem ganz modern - und darauf hat sich auch die Hochzeitsbranche eingestellt.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das Ja-Wort bei Nacht oder bei Sonnenuntergang, über dem Wasser oder auch unter Wasser, in einem Schloss oder auf dem Leuchtturm - wer ausgefallen heiraten und feiern möchte, der kann seiner Fantasie freien Lauf lassen. Hochzeitsplaner machen fast alles möglich. Immer häufiger schicken sie ganze Hochzeitsgesellschaften sogar ins Ausland, vor allem Italien ist derzeit beliebt.
Ein neuer Trend sind Hochzeiten ganz ohne Herzen, Schleier oder Kutsche: „Die Anfragen nach puristischen Feiern im Lounge-Bereich steigen“, sagt Hochzeitsplanerin Nikola in‘t Zandt. „Das ist ein komplett neues Thema.“ Mit ihrer Agentur „Perfect Wedding“ setzt sie die Wünsche der Brautpaare um. „Als Orte sind Bars, Lounges oder andere Räumlichkeiten mit geraden Linien, geometrischen und kubischen Formen denkbar - eben alles ganz ohne Schnörkel und statt dessen stylisch.“
Aber nicht unbedingt ohne Farben. Teilweise seien die Wände in Rot- oder Brauntönen gestrichen, oder die Dekoration würde in warmen Farben gehalten. „Diese Hochzeiten sind etwas für sehr geradlinige Paare, die nichts verspieltes und keinen Plüsch mögen“, sagt in‘t Zandt. „Mit einer kühlen oder unromantischen Hochzeit hat das aber nichts zu tun, ganz im Gegenteil.“ Ein weiterer Trend seien so genannte freie Trauungen. „Ein Theologe oder ein freier Redner traut das Paar dann an einem Ort seiner Wahl“, sagt die Hochzeitsplanerin.
Natürlich muss auch das Kleid der Braut perfekt auf den Ort der Trauung zugeschnitten sein. „Man heiratet heute überall, und darauf stellen wir uns auch mit unseren Kreationen ein“, sagt Gitte Roerdink-Veldboom, Inhaberin des Brautmoden-Geschäftes Gi Vero an der Stresemannstraße. Ein luftiger Hochzeitsanzug mit Korsage und einer weiten, fließenden Hose wäre für den Strand geeignet, das weit ausladende Kleid mit langer Schleppe wohl für die Hochzeit auf dem Schloss oder eben ganz klassisch in der Kirche. Die Kleider kosten ab 1200 Euro - nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. „Unsere Entwürfe gehen von schlicht über klassisch bis hin zu romantisch und verspielt, da gibt es keinen klaren Trend“, sagt Roerdink-Veldboom. Wohl aber bei den Farben: „Wir verkaufen fast nur noch Champagner.“
Ein Trend, den auch Gabriele Hoffmann, Modedesignerin und Inhaberin von Gabriele Hof Couture an der Kö 36 bestätigt: „Töne wie Creme oder Cappuccino schmeicheln dem Teint, während weiß sehr blass macht.“ Insgesamt hat ihre aktuelle Kollektion einen spanischen Einfluss, mit Volants und vielen Fältelungen. „Spitze wird wieder stärker nachgefragt als im vergangenen Jahr“, sagt die Designerin. Die Modelle (ab 1700 Euro) haben gemäßigte Formen und klare Linien: Korsagen, mittellange Schleppen, Raffungen, kaum Schleier, weite, aber nicht ausladende Röcke, die bis zur Hüfte eng anliegen, gehören zur Kollektion. „Unsere Kundinnen wollen sich nicht verkleiden und wie eine Prinzessin aussehen“, so Hoffmann. „Weniger ist mehr, lautet die Devise.“
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