400 Freiwillige im Einsatz: Helfer pflanzen fünf Millionen Krokusse am Rhein
VON EMILIA ZIEBA - zuletzt aktualisiert: 02.10.2008 - 13:43Fünf Millionen blaue Krokusse sollen 2009 in Düsseldorf am Rhein erblühen. Der Verein Pro Düsseldorf hofft, dass 2500 Freiwillige dabei helfen werden. 400 haben sich bisher gemeldet und bereits mit angepackt.
Auf die Idee Krokusse am Rhein zu pflanzen kam Hans-Otto Christiansen, Vorsitzender von Pro Düsseldorf. Aufgegriffen hatte er die Idee in Husum, wo diese schönen Blumen zahlreich gepflanzt wurden und jährlich erblühen. Ein Band mit blauen Krokussen soll in Düsseldorf am Rhein entlang gepflanzt werden und bereits im nächsten Frühling in voller Pracht erscheinen.
Dieses Band wird die Form von Wellen haben und an den Rhein erinnern. Aus 25 Tonnen Krokussen soll dieses Band entstehen. Das Projekt wird komplett durch Sponsoren finanziert und auch die erforderlichen Geräte zum Pflanzen werden bereitgestellt. "Natürlich sollen nicht die gesamten fünf Millionen Krokusse von Menschenhand gepflanzt werden", sagte Ingo Lenz, Vorstand von Pro Düsseldorf. 4,5 Millionen Zwiebeln wurde mit Maschinen in den Boden gesetzt. An den für die Maschinen schwer erreichbaren Stellen, kommen dann die Helfer zum Einsatz.
"500.000 Krokusse sind immer noch eine Menge. Und deshalb suchen wir fleißige Helfer die sich an dem Projekt beteiligen möchten", meinte Herbert Alles, Mitarbeiter des Organisationsbüros "Blühendes Düsseldorf". Pro Düsseldorf hoffte auf 2500 Helfer.
Die Pflanzengattung Krokus gehört zur Familie der Schwertliliengewächse. Ihre Pflanzenarten stammen aus dem Orient, Europa und Nordafrika. In Mitteleuropa werden sie vor allem als Frühblüher in Ziergärten und Rasen gepflanzt.
Es gibt sehr viele Züchtungen, die man unter dem Begriff Krokus-Hybriden zusammenfassen kann und die man in den Parks und Gärten in den Gemäßigten Breiten auf der ganzen Welt antreffen kann. Die Gattung gehört zu der Familie der Schwertliliengewächse und umfasst halbwinterharte bis winterharte Zwiebelknollen, die im Frühjahr oder Herbst rundliche, becherförmige Blüten mit langer Röhre treiben.
Die Blüten der Krokusse variieren stark in der Farbe, aber lila, hellviolett, gelb und weiß sind vorherrschend. Die wichtigste Krokus-Art ist der Safran
Christiansen rechnete nach einem Selbsttest aus, dass eine einzelne Person rund 200 Krokusse in einer Stunde pflanzen kann. Bisher haben 300 Schüler, Kindergartenkinder und ihre Lehrer mitgeholfen. Aber auch rund 90 Einzelpersonen pflanzten mit. "Wegen den Herbstferien und des schlechten Wetters haben viele Leute leider abgesagt, aber wir erwarten nächste Woche nochmal circa 120 Personen", erklärte Herbert Alles.
Die Helfer freuen sich auf den Frühling
Am Donnerstag kam der Stadt-Sportbund mit den Kindern des Programms "Düsselferien" zum Helfen vorbei. Von 9.45 Uhr bis 11 Uhr haben die Kinder fleißig mitgeholfen. Dem elfjährigen Timon hat die Aktion besonders viel Spaß gemacht: "Ich freu mich schon auf nächstes Jahr, dann werden wir sehen was wir hier gepflanzt haben." Aki Scherschel, Ralf Sons und Babsi Gunthermann betreuen die Kids und loben das Angagement der Kinder. Zur Belohnung ging es danach ins warme Schwimmebad.
Gemeinsam mit ihrer Mutter trafen die Geschwister Pauline und Jette ihre Freundin Daniela und ihre Mama. Die Kinder kamen nicht zusammen mit den Kindergärten, sondern helfen aus Spaß in ihrer Freizeit mit und gaben sich sehr viel Mühe. "Blau ist auch meine Lieblingsfarbe", freute sich die kleine Jette. Sie freue sich besonders darauf, die Blumen im nächsten Jahr wachsen zu sehen.
Die Arbeit erleichterte den Freiwilligen eine Maschine, die eigentlich für Golfplätze geeignet ist. Der Golfplatzforstwirt, Guido Schmitz, stanzte mit der Maschine Erdlöcher aus, in die die Pflanzhelfer nur noch die Zwiebeln der Krokusse stecken müssen. "Das Gerät hebt 200 Erdlöcher pro Quadratmeter aus, das geht schneller als per Hand", erklärte Schmitz.
Am Rhein wird im Frühling und im Sommer viel Sport getrieben. Die Organisatoren haben darauf geachtet, dass die ganze Arbeit im nächsten Jahr nicht umsonst gewesen sein wird. Herbert Alles ist unbesorgt: "Krokusse sind Schattengewächse und wurden deshalb nah an den Bäumen gepflanzt, ausserdem haben wir darauf geachtet, dass wir sie nicht dort pflanzen wo bekanntlich immer Fussball gespielt wird."
Bis zum 7. November wird weitergepflanzt. Über die Pflanztermine und die Anmeldung kann man sich im Organisationsbüro informieren. Weitere Informationen finden sie hier.
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