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RP-Wunschaktion: Herzenswünsche werden wahr

VON LESLIE BROOK UND JAN WIEFELS - zuletzt aktualisiert: 19.12.2009 - 15:34

Düsseldorf (RPO). Mit der Aktion „Mein größter Wunsch“ erfüllt die Rheinische Post bis Weihnachten jeden Tag einen schwer erfüllbaren Wunsch. Niklas Alles entdeckte das Polizeipräsidium, und Niklas Brabeck besichtigte das Klärwerk.

Dass es bei der Polizei so viele Computer gibt, hätten Niklas (vorne) und Bruder Timo nicht geplant. Michael Reiz zeigte ihnen die Leitstelle.  Foto: RP, Thomas Busskamp
Dass es bei der Polizei so viele Computer gibt, hätten Niklas (vorne) und Bruder Timo nicht geplant. Michael Reiz zeigte ihnen die Leitstelle. Foto: RP, Thomas Busskamp

Wenn Niklas und sein Bruder Timo Polizei spielen, dann ist Niklas immer der Beamte und Timo der Verbrecher. „Ich übe für später“, sagt der Sechsjährige, der „auf jeden Fall Polizist“ werden will. Niklas Alles hat ein eigenes Polizisten-Kostüm - und das zieht er jedes Jahr im Karneval an. „Ich war auch mal Clown, aber Polizist ist besser“, sagt der kleine blonde Junge. Sein Herzenswunsch war es, die echten Polizisten auf der Leitstelle zu besuchen und bei der Arbeit zu beobachten.

Diesen Wunsch hat ihm jetzt die Rheinische Post erfüllt. Polizeisprecher Markus Niesczery und Wachdienstführer Michael Reiz nahmen sich viel Zeit für Niklas, seinen Bruder Timo und Vater Dietmar Alles. Eine ganze Stunde lang führten die Polizisten ihren kleinen Fan durch das Polizeipräsidium. Schon gleich am Anfang wurde es spannend: Mit dem Paternoster ging es ganz nach oben, Angst hatte Niklas keine.

Die Leitstelle unter dem Dach des Polizeipräsidiums hatte sich der Erstklässler anders vorgestellt: weniger Computer, nicht ganz so viele diensthabende Beamte und Telefone, die unaufhörlich klingeln. „Arbeiten hier auch nachts so viele Polizisten?“ fragte der zehnjährige Timo den Chef der Leitstelle, Michael Reiz. „Wir sind meist mit acht Leuten im Einsatz - auch nachts. Manchmal sind es sogar noch mehr“, erklärte Reiz den Brüdern.

In die Leitstelle kommen sonst keine Fremden rein - in den alten Streifenwagen, einen Opel-Vectra, aber auch nicht. Den begutachtete Nachwuchs-Polizist Niklas eingehend, nahm Platz auf dem Fahrersitz und setzte die weiß-grüne Mütze auf. Sein größer Moment: Als Niesczery das Blaulicht extra für ihn und seinen Bruder einschaltete.

Ein Herzenswunsch erfüllte sich auch für seinen Namensvetter, den elfjährigen Niklas Brabeck. Rohre und Kanäle begeistern Niklas schon seitdem er vier Jahre alt war. Doch ein Klärwerk hatte auch er noch nicht besichtigt. Für die Aktion „Mein größter Wunsch“ führte Bernd Dickhäuser vom Stadtentwässerungsbetrieb den Fünftklässler gemeinsam mit Freund Jonas und seinem Vater zwei Stunden lang über das Gelände des Klärwerks Düsseldorf-Süd. Auf dem höchsten Punkt der Anlage, einem von drei Faulgasbehältern, zeigte Dickhäuser seinen Gästen wie weitläufig die 1972 errichtete Anlage ist.

Viel musste er Niklas nicht erklären, denn eine Menge wusste der Fünftklässler mit dem Lieblingsfach Biologie bereits aus Sachbüchern und einer Besichtigung im Besucherkanal in Golzheim. Manche Dinge waren dann aber doch neu: Das Klärwerk ist für die Abwässer von 750000 Menschen ausgelegt und das Schmutzwasser hat im Sommer wie im Winter eine konstante Temperatur von 22 Grad hat.

Am besten gefallen hat Niklas ein Ort, an dem viele wohl wegen des strengen Geruchs nur die Nase rümpfen würden: die Vorklärung. Riesige Schneckenpumpen leiten das Abwasser in Becken, in denen es vom gröbsten Dreck befreit wird. Mehrere Reinigungsstationen weiter hat das Wasser seine dunkle Färbung verloren. Zum Abschluss präsentierte Dickhäuser seinen Besuchern glasklares Wasser. „Nach der Klärung wird das Wasser in den Rhein geleitet“, so der Mitarbeiter des Stadtentwässerungsbetriebs. 48 Stunden vergehen vom Eintreffen des Schmutzwassers bis zur vollständigen Säuberung.

Am Ende des Nachmittags steht für Niklas schon ein neuer Wunsch fest: „ Jetzt würde ich gerne einen Braunkohletagebau besuchen.“ Und auch Niklas Alles hat den Polizisten noch einen geheimen Wunsch verraten: „Ich möchte mal eine Zelle sehen.“

Quelle: RP

 
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