Jubiläum 175 Jahre Industrie- und Handelskammer: Heute in der Champions League
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 11.01.2006 - 10:38Düsseldorf (RP). Zum Jahresempfang der IHK kamen am 10. Januar 1500 Gäste in die Düsseldorfer Stadthalle. Die Prominenz führte Bundestagspräsident Norbert Lammert als Festredner an.
Das Orchester der Heinrich-Heine-Universität unter Silke Löhr spielte Getragenes von Wagner, Bizet, Brahms und Haydn. Bundestagspräsident Norbert Lammert hielt eine nachdenkenswerte Festrede über die notwendige Globalisierung der Wirtschaft. Mehr denn je war die rund 1500 Gäste zählende Zuhörerschaft beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer ein Spiegelbild der Wirtschaftskraft Düsseldorfs und seines Nachbarkreises Mettmann. Lammert, den Kammerpräsident Hermann Franzen in der Stadthalle besonders herzlich als „Abgeordneten aus Nordrhein-Westfalen an der Spitze des Deutschen Bundestages“ begrüßte, zeigte sich beeindruckt. Denn: „1831 hatte Düsseldorf 30000 Einwohner und Deutschland gab es noch nicht.“
Die Industrie- und Handelskammer ist 175 Jahre alt geworden, Franzen hatte im Vorfeld des Empfangs locker eine „big Party“ versprochen. Das wurde das Treffen so vieler wichtiger Multiplikatoren aus Wirtschaft, Politik und Kultur eher nicht. Franzen selbst sorgte in seiner Begrüßung für den ernsten Unterton, als er aus der Antrittsrede des Bundestagspräsidenten zitierte: „Sie haben gesagt, dass die besonderen Herausforderungen, vor denen wir derzeit in Deutschland stehen, vor allem eines voraussetzen: Vertrauen in die dafür verantwortlichen Institutionen, Vertrauen in die Legitimation, in die Kompetenz und in die Integrität der politischen Akteure.“
Heiter wurde es dagegen, als Franzen plauderte, er hätte seine Begrüßung kaum pünktlich hinbekommen, wäre er nach dem Tagesplan seiner Vorgänger im 19. Jahrhundert verfahren: „Ärmelschoner, Federkiel, eigenhändige Beantwortung der Korrespondenz aus den fein säuberlich aufgereihten gelben Postkisten.“ Des Kammerpräsidenten Fazit: Spätestens gegen Mittag hätte er kapituliert und den Rückzug in sein Geschäft an der Kö angetreten. Franzen tauchte tief in die Kammer-Geschichte ein. In jene Zeit, als Fabriken und später auch Banken, Versicherungen und Handelsgesellschaften der Wirtschaftsregion ihren Stempel aufdrückten. Und er nannte Namen, die noch gegenwärtig sind: Poensgen, Flender, Henkel, Mannesmann, Conzen. Heute sei Düsseldorf ein internationaler Handelsplatz par excellence. „Die Wirtschaftsregion spielt auf vielen Feldern in der Champions League.“
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