Düsseldorfer Arzt: Hobby-Pilot glückt Notlandung
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 03.06.2010 - 15:31Düsseldorf (RPO). Auf Korsika rettete ein Düsseldorfer Arzt sich und seine beiden Mitinsassen durch ein beherztes Landemanöver. Das Fahrwerk seiner Cessna war blockiert und ließ sich nicht ausfahren. Geübt hatte er das nicht – gesehen hatte er eine solche Notlandung im Internet bei "Youtube".
Das Flugzeug
Die Cessna gilt als einer der meistgebauten Flugzeugtypen der Welt.
Die Cessna Centurion ist ein einmotoriges Reiseflugzeug mit sechs Sitzplätzen und Einziehfahrwerk.
Der Erstflug war 1957; bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1985 wurden 9240 Exemplare gebaut.
Ein Düsseldorfer Hobby-Pilot eines Kleinflugzeugs hat sich und seine beiden deutschen Passagiere mit einer perfekten Notlandung auf der Insel Korsika gerettet. Geübt für eine solche Notsituation hatte der Pilot zuvor nie – er hatte so eine Notlandung nur einmal im Internet auf "Youtube" gesehen.
Notlandung nur einmal im Internet gesehen
Mit einem Kleinflugzeug der Marke Cessna gelang dem Hobby-Piloten, der in Düsseldorf als Arzt arbeitet, eine perfekte Notlandung auf der französischen Mittelmeer-Insel. "Das Fahrgestell war blockiert, wir mussten auf dem Bauch landen. Ich hab das Manöver bisher nur einmal gesehen, und zwar auf ,YouTube'", berichtete der Mann der Zeitung "Corse-Matin" am Mittwoch. Er und seine beiden männlichen Insassen überlebten das Manöver unverletzt. Doch der Schrecken saß ihnen gehörig in den Knochen
Der Pilot, der noch nie eine solche Notlandung erlebt oder geübt hatte, war im südkorsischen Propriano gestartet und zunächst eine Stunde über dem Flughafen von Figari gekreist, um den Treibstofftank weitgehend zu leeren. Währenddessen hatte man sich auf dem Flughafen Figari auf das Schlimmste vorbereitet. Der Rettungsdienst wartete an der Landebahn, die Feuerwehr und die Notaufnahme der Klinik waren verständigt worden.
Als er nahezu das komplette Kerosin aus seinem Tank abgelassen hat, setzte der Düsseldorfer die Cessna im zweiten Anlauf (beim ersten Mal hatte er im Gleitflug wieder abgedreht) sozusagen bäuchlings neben der Landebahn im Gras auf. Er hatte den Motor ausgeschaltet, um die Brandgefahr zu reduzieren – ungeachtet dessen, dass die Maschine dadurch schwieriger zu steuern sein würde. Rettungskräfte hatten Schaum versprüht, um ein Feuer zu verhindern.
Pilot bedankte sich bei den Rettungskräften
Der Pilot bedankte sich bei den Rettungskräften: "Die deutsch-französische Zusammenarbeit hat bestens funktioniert." Bemerkenswert: Die Maschine blieb äußerlich fast unbeschädigt. Mit Hilfe eines Krans wurde sie auf einen Tieflader gehievt.
In Frankreich stieß die Rettungsaktion des Arztes, der namentlich nicht genannt werden wollte (er wolle den Rest seiner Ferien gerne "in Ruhe verbringen"), auf großes Medienecho.
Denn es gibt Parallelen zum Absturz einer Cessna im vergangenen Jahr vor Korsika und einer dramatischen Rettungsaktion. Die vier Männer und zwei Frauen trieben im Oktober in Rettungswesten in rauer See und wurden trotz Dunkelheit von Suchhubschraubern aufgespürt. Sie überlebten das Unglück weitgehend unverletzt. Die Cessna war wegen Motorenproblemen kurz nach dem Start in Cannes vor Korsika notgewassert.
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