Düsseldorf: Hoch "Cooper" lässt Düsseldorf kalt
VON ANNE PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 15:38Düsseldorf (RPO). Mit Tiefstwerten von bis zu Minus 13,4 Grad verwandelt Wintertief "Cooper" die Stadt in einen wahren Gefrierschrank. Stadtverkehr und Müllentsorgung lässt das weitestgehend kalt, gefährlich wird es aber für Obdachlose und übermütige Eisläufer.
"Betreten verboten" gilt für alle Gewässer und Seen
Die Kälte in unserer Region lässt viele Gewässer und Seen gefrieren und verwandelt sie in ein wahres Winteridyll. Wer sich jetzt auf eine Partie Schlittschuhlaufen im Freien freut, sollte jedoch gewarnt sein, denn die meisten Eisflächen sind offziell nicht freigegeben.
"Zwar sagt man, dass Flächen ab einer Eisdicke von 15 Zentimetern betreten werden dürfen, eine Verantwortung für eine gleichmäßige Eisdicke übernimmt aber niemand", erklärt Volker Paulat vom Amt für Ordnung, Grün, Verbraucherschutz und Wirtschaft der Stadt Düsseldorf. "Das Eis am Unterbacher See ist an einigen Stellen beispielsweise noch so dünn, dass dort sogar noch Wasservögel zu finden sind." Auch wenn in Ufernähe das Eis fest erscheint, könne es ein paar Meter weiter bereits gefährlich werden.
Das Betreten der Eisflächen wie dem Unterbacher See oder dem Kaiserteich ist und bleibt daher verboten. Darauf weisen auch die 82 Warnschilder hin, die durch das Gartenamt angebracht wurden.
Außerdem sind 42 Eisleitern rund um die Gewässer in öffentlichen Grünflächen, wie am Kaiserteich, Schwanenspiegel, Spee'schen Graben und Kö-Graben, Landskrone sowie an den Weihern im Südpark, Ostpark, Zoo, Eller und Benrather Schlosspark verteilt worden, um Eisbrüchige im Notfall zu retten. Die signalgelb gestrichenen Holzleitern können zur besseren Gewichtsverteilung über die Einbruchstelle gelegt werden, um in Not geratene Menschen aus dem Wasser zu ziehen.
Bolz- und Spielplätze sind geöffnet
Eine verstärkte Kontrolle der Wasserflächen erfolgt derzeit durch das Ordnungsamt der Stadt. Hierbei gehe es nicht um das Verhängen von Bußgeldern, sondern darum, Verwarnungen auszusprechen und auf die Gefahren des Betretens und Einbrechens ins Eis hinzuweisen, erklärte Michael Zimmermann gegenüber RP-Online.
Die Bolz- und Spielplätze in Düsseldorf sind weiter geöffnet und bespielbar - vorausgesetzt - die Kleinen wagen sich bei der Kälte vor die Türe.
Besondere Hilfe für Obdachlose
Die eisigen Temperaturen sind für Obdachlose ein erhebliches Risiko, denn nicht alle finden den Weg in die Notunterkünfte und übernachten bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich auf der Straße.
Auch in Düsseldorf sind deshalb sogenannte Kältebusse unterwegs, die obdachlose Menschen mit warmen Getränken, Essen und Kleidung versorgen, oder in Notunterkünfte, wie die Berger Kirche in der Altstadt, bringen. Der Kältebus, der bis 1 Uhr nachts fährt, kann durch jeden Bürger unter der Rufnummer 0157 83 50 51 52 alarmiert werden.
Bahnen und Busse trotzen der Kälte
Die anhaltenden Minusgrade können Bussen und Bahnen der Rheinbahn bisher nichts anhaben. "Fahrer und Gäste frieren, ein Bus springt mal langsamer an als sonst, aber uns liegen keine außergewöhnlichen Kälte-Schäden vor", erklärt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher gegenüber RP-Online. So habe es lediglich bei der DB-Regio einige kältebedingten Behinderungen im Transport gegeben.
Beim Auto schwächelt meist die Batterie
Mit über 3000 Kälte-Pannen allein in Düsseldorf hat der ADAC im Monat Februar bisher alle Hände voll zu tun gehabt. Einsatzstärkster Tag war der 3. Februar. Mit 495 Pannen musste der ADAC im Stadtgebiet gleich doppelt so oft ausrücken, wie üblich.
Die häufigste Pannenursache sind leere Autobatterien. "Ist eine Batterie vier bis fünf Jahre alt, hält sie diesen Temperaturen oft nicht mehr Stand und versagt", erklärt ADAC-Sprecherin Jacqueline Grünewald.
"Gerade im Winter wird die Batterie durch die vermehrte Nutzung von Lichtanlage, Heizung und Sitzheizung stark beansprucht. Ist man dann hauptsächlich auf Kurzstrecken unterwegs, lädt die Batterie nicht genügend nach und kann versagen." Grünewald empfiehlt deshalb, die Batterie vor jedem Winter prüfen zu lassen. "Den Ladestand kann man schnell und problemlos an Tankstellen oder in Werkstätten durchmessen lassen", erzählt sie. Bei einem Ergebnis unter 50 Prozent Ladezustand, sollte der Fahrzeughalter die Batterie austauschen lassen.
Reise in die Sonne steht nichts im Weg
Wer sich vor lauter Frost und Kälte lieber wärmenden Sonnenstrahlen aussetzen möchte, der kann sich problemlos in einen Flieger gen Süden setzen, denn den Flugbetrieb des Flughafens Düsseldorfer lässt Kältehoch "Cooper" kalt. "Das liegt vor allem daran, dass unsere Region von Schneefall verschont wurde", erklärt Flughafen-Sprecher Christian Hinkel. Bei trockender Kälte würden sich Flugzeuge ähnlich wie Autos verhalten, diese müssten ja auch nicht jeden Morgen von Eis befreit werden.
Anders wäre die Lage bei Schneefall. Doch auch hier ist der Flughafen gerüstet und hat 200 Tonnen Sand, 350.000 Liter Enteiserflüssigkeit und ein Fuhrpark von 120 Fahrzeugen, darunter auch Räummaschinen und Schneefräsen, parat.
Abfall ist oft tiefgefroren
Positive Nachrichten auch von der Düsseldorfer Müllentsorgung Awista. "Probleme kann es höchstens bei der Entleerung der Tonnen, speziell der Biotonnen geben", weiß Awista-Pressesprecher Ralf Böhme.
In den Biotonnen seien oft Nassabfälle enthalten, die bei Minusgraden am Tonnenboden festfrieren könnten. Daher sein Tipp: Der Boden der Biotonne sollte mit Zeitungspapier ausgelegt werden, das verhindert ein Festfrieren der Abfälle. Zusätzlich sollten Nassabfälle immer in Zeitungspapier gewickelt entsorgt werden. Gleiches gilt für die Restmülltonne. Hier können handelsübliche Müllsäcke vor dem Festfrieren schützen.
Übrigens: Fürs Festfrieren, Festklemmen oder eine andere falsche Befüllung können weder die Müllentsorger noch das Entsorgungsunternehmen oder die Kommunen verantwortlich gemacht werden. Die Abfuhr wird am nächsten planmäßigen Termin nachgeholt. Einen rechtlichen Anspruch auf Gebührenermäßigung oder Schadenersatz gibt es nach Aussage der Awista nicht.
Salz schützt Weihwasser
Winterlich kalt ist es auch in vielen Kirchen und Kapellen der Stadt. Damit Kirchenbesucher keine Eisschicht im Weihbecken vorfinden, wird das Weihwasser vielerorts mit einer Prise Salz versehen. Dadurch wird der Gefrierpunkt des geweihten Wassers herabgesetzt und es friert nicht ein.
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