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Neue Luxus-Hochhäuser: Hoch hinaus beim Wohnen

VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2010 - 08:49

Düsseldorf (RPO). Weil gut situierte Paare vom Land in die Stadt ziehen und Düsseldorf auch für besserverdienende Kreative attraktiv ist, steigt die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum. Lage und Architektur müssen stimmen. Mit dem "Baumhaus" und den "Königskindern" entstehen Luxus-Hochhäuser.

Das Baumhaus soll etwa 16 Meter weiter westlich als zunächst geplant gebaut werden.  Foto: Prof. Petzinka/EHRICHarchitekten und THS Nordstern Gesellschaft
Das Baumhaus soll etwa 16 Meter weiter westlich als zunächst geplant gebaut werden. Foto: Prof. Petzinka/EHRICHarchitekten und THS Nordstern Gesellschaft

Neulich war der Satz wieder zu hören: "Meine Frau und ich möchten gerne aus dem Umland nach Düsseldorf ziehen", sagte Dirk Krüssenberg, Präsident des Düsseldorfer Marketing-Clubs, in einer Fernsehsendung. Er betonte, sich das auch etwas kosten lassen zu wollen, nur müsse es wirklich etwas Besonderes sein. So wie Krüssenberg denken viele.

Auch die jungen Gutverdiener aus der Kreativszene – ob Werbung, PR oder IT – wollen mehr als den "Drei Zimmer, Küche, Bad"-Standard. Gleich zwei Projekte, die solche Erwartungen erfüllen, werden in den nächsten Jahren in Düsseldorf gebaut, beides sind Hochhäuser von außergewöhnlicher Architektur und Lage.

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Daten

Königskinder, Speditionstraße: zwei Türme mit Luxuswohnungen, jeweils 60 Meter Höhe und 18 Stockwerke. Die Dachskulpturen aus Aluminiumguss sollen zwölf Meter hoch sein.

Baumhaus, Ulmenstraße: 45 Meter hoch mit zwölf Geschossen und einer torbogenförmigen Durchfahrt im Sockel. Als Nutzung sind in der unteren Hälfte Büros, im oberen Teil Luxus-Lofts geplant.

Die deutlich längere Vorlaufzeit haben die "Königskinder". Bereits vor Jahren gab die Politik grünes Licht für die beiden Wohntürme, die nach einem Entwurf von Petzinka Pink Architekten und gekrönt von zwei Figuren des Künstlers Markus Lüpertz an der Spedition- straße im Medienhafen entstehen sollen. Vor der Tür, so die Vision, sollen die Eigentümer der Luxus-Wohnungen mit Rheinblick direkt in ihre Jacht steigen können.

Das Projekt lag jedoch auf Eis, weil eine Gerichtsentscheidung zum Wohnen im Hafen ausstand. Die Mühlenbetriebe hatten befürchtet, dass Bewohner wegen Lärms und Geruchs klagen könnten, falls die Wohnhäuser zu nah an die Industrie rückten. Als Kompromiss einigte man sich darauf, dass die Stadt ihre Pläne aufgibt, auch an der Kesselstraße Wohnbau zu genehmigen. Dafür dürfen die "Königskinder" an der Speditionstraße gebaut werden.

Nun steht nur noch die Genehmigung der Bezirksregierung aus. Laut dem zuständigen Beigeordneten Gregor Bonin soll die Bauleitplanung im nächsten Jahr abgeschlossen sein und der Bau in der zweiten Jahreshälfte beginnen. "Die Lage ist einzigartig, das Segment stark nachgefragt", sagt Bonin, "deshalb möchte ich 2011 den Grundstein legen." Uwe Schmitz von Frankonia, dem Investor des Projekts, schätzt die Marktlage ebenfalls positiv ein, rechnet aber mit einer Normenkontrollklage der Mühlenbetriebe und deshalb einem Baubeginn erst Mitte 2012.

Rückenwind dürften hingegen nächste Woche die Pläne für das "Baumhaus" in Derendorf bekommen. Der Architekt Karl-Heinz Petzinka plant an der Ulmenstraße zwischen den beiden denkmalgeschützten "Verheirateten-Häusern" als Eingang zum Areal der früheren Ulanenkaserne ein 45 Meter hohes Torhaus mit Loft-Wohnungen und begrünter Fassade. Während die Bezirksvertretung 1, die jedoch nur gehört wurde, sich mit Blick auf den Denkmalschutz parteiübergreifend gegen das Projekt ausgesprochen hatte, gilt im entscheidenden Planungsausschuss, der nächsten Mittwoch tagt, eine CDU-FDP-Mehrheit als sicher.

"Wir sehen keine Probleme mit dem Denkmalschutz", sagt der Ausschussvorsitzende Alexander Fils (CDU). Das "Baumhaus" sei im Gegenteil eine Markierung und Identifikationsfigur für den gesamten Stadtteil. Das findet auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP): "Dieses Haus halte ich an genau dieser Stelle für gelungen. Wir müssen lernen, progressiver zu sein." SPD und Grüne wollen das "Baumhaus" ablehnen, nicht das Gebäude an sich, "aber an dieser Stelle", wie Markus Raub (SPD) und Norbert Czerwinski (Grüne) betonen.

Quelle: RP

 
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