Mehr Neueinstellungen: Hochschulen sind Jobmotoren
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 10:34Düsseldorf (RPO). Laut Statistischem Landesamt stellen die Hochschulen in NRW vermehrt ein. Binnen eines Jahres ist die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter um 9,6 Prozent gestiegen. Auch Uni, FH und Musikhochschule in Düsseldorf haben aufgestockt. Mehr Geld für die Lehre sichert das Land weiterhin zu.
Diese Zahlen sprechen für sich: Ende 2009 waren an den 67 Hochschulen und Unikliniken in Nordrhein-Westfalen 106 457 Mitarbeiter beschäftigt. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, sind dies 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Rein auf das wissenschaftliche und künstlerische Personal bezogen, erhöhte sich die Zahl im gleichen Zeitraum um 9,6 Prozent, im Vergleich zu 2004 sogar um 26 Prozent.
Auch in der Landeshauptstadt wurde binnen des vergangenen Jahres aufgestockt. Vor allem die Heinrich-Heine-Universität, die Fachhochschule Düsseldorf (FH) sowie die Robert-Schumann-Musikhochschule (RSH) haben vermehrt Personal eingestellt. Laut Statistik sind die Zahlen allein im wissenschaftlich-künstlerischen Bereich an der Uni von 5463 auf 5561, an der FH von 415 auf 592 und an der RSH von 287 auf 310 deutlich gestiegen.
Mehr befristete Verträge
Doch gilt es zu beachten, dass der Anteil der befristeten Beschäftigungen steigt. Wie das Statistische Landesamt ermittelte, besteht das hauptberufliche Personal aktuell zu drei Vierteln aus wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeitern. Bei dieser Gruppe ist ein Zeitvertrag inzwischen mit 85 Prozent die Regel. Bei den Professoren, die ein Fünftel des hauptberuflichen Personals ausmachen, hat indes nur jeder fünfte eine befristete Beschäftigung. Laut Innovationsministerium NRW liegt dieser Trend zum einen an der Qualitätssicherung der Hochschulen, die durch befristete Verträge besser gewährleistet werden kann. Zum anderen werde durch den enormen Zuwachs an Drittmitteln (etwa durch Förderer aus der Wirtschaft) stärker projektgebunden und damit auch zeitgebunden eingestellt.
Auch an der RSH erklärt sich der hohe Zuwachs an Personal durch neue befristete Verträge. Die Hochschule führt neben den Drittmitteln auch die Studiengebühren an, die jüngst eine Förderung von zusätzlichen Angeboten ermögliche. "In Absprache mit unseren Studierenden konnten wir quasi auf dem kleinen Dienstweg mit diesen zusätzlichen Geldern neue Projekte auf den Weg bringen", erklärt der Sprecher der RSH. So wurden neben neuen Kursen und Seminaren auch vermehrt Meisterkurse mit renommierten, internationalen Künstlern angeboten. Zum Unterrichten kamen etwa TM Stevens, Begründer des Heavy Metal Funk, oder Opernstar Grace Bumbry bereits nach Düsseldorf.
Für eine Verbesserung der Lehre trat auch die Fachhochschule ein, die im vergangenen Jahr allein zwölf neue Professoren berufen hat. Langfristig will sich die FH damit auch auf den doppelten Abiturjahrgang 2013 vorbereiten. Zudem sollen nach Aussage der Pressesprecherin damit die immer "differenzierter werdenden Studiengänge" weiter ausgebaut werden. Finanziert werden die neuen Stellen vor allem durch Drittmittel, da es an der FH Düsseldorf bislang keine Studiengebühren gab.
Aber selbst nach der Abschaffung dieser Gebühren, die für Ende 2011 vom Kabinett beschlossen wurde, soll eine zusätzliche Förderung der Hochschulen gewährleistet werden. "Wir setzen alles daran, die Studienbedingungen weiter zu verbessern", erklärt ein Sprecher des Innovationsministeriums.
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