Individueller Stil: Hotels locken mit Design
VON ANKE KRONEMEYER - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 09:05Düsseldorf (RPO). Die einen bewerben die klassische Eleganz ihres Hauses, die anderen ausgefallenes Design: Dazu zählen eine Philippe-Starck-Badewanne, flackerndes Kaminfeuer oder ausgefallene Badezimmer-Armaturen. Immer mehr Hotels definieren sich über individuelle Einrichtungen.
Angefangen hat es mit einem schwarz gemusterten geblümten großen Sessel namens "Love-Seat". Das war das erste Möbel, das Hans-Günther Oepen für sein Hotel Stage 47 gekauft hat. Danach kamen Stühle, Gardinen, Bettdecken und sogar der Rand des Teppichs im gleichen Muster. Oder im gleichen Design: Denn das ist der Oberbegriff für eine ausgefallene Inneneinrichtung in Hotels. Nicht immer gehören sie zu einer Kette, sondern werden privat betrieben.
Zum Beispiel das Stage 47, das an der Graf-Adolf-Straße in Düsseldorf neben dem Savoy Theater liegt und sich auf Künstler als Zielgruppe spezialisiert hat. Jedes der 27 Zimmer hat einen anderen Namen: Mal steht Helge Schneider Pate, mal Götz Alsmann, Sissy Perlinger oder Wolf Maahn. Zurzeit investiert Oepen rund 300 000 Euro allein in neue Bäder. Er bezeichnet die kleineren Hotels, die sich von der gehobenen Kettenhotellerie absetzen wollen, als Boutiquen-Hotels.
"Design sollte sich dem Ort anpassen und nicht den Charakter eines Hauses einschränken", meint David Kirchmann, im Melía-Hotel an der Inselstraße fürs Marketing zuständig. Das markanteste Zeichen von Design in diesem Haus ist die Bar Purple Loung", die ziemlich cool eingerichtet ist, mit den lila und weißen Möbeln eine ungewöhnliche Farbgebung zeigt und durch viel Fensterfläche den Blick in den benachbarten Hofgarten freilässt.
Mit ungewöhnlichem Design will auch das Radisson Blue Media Harbour punkten: Badewannen, die von Designer Philippe Starck entworfen worden sind, ein Vorhang aus Glasperlen oder ein breiter, flacher Kamin, der fast rund um die Uhr flackert, sind nur einige Details im ansonsten durchgestylten Haus. "Design ist wichtig", sagt Hoteldirektor Dieter Ulbricht. Nur mit Extravaganz könne man sich abheben.
Die Innside-Häuser, die mittlerweile auch zur Melía-Kette gehören, waren mit die ersten, die Hotel-Design in Düsseldorf bekannt gemacht haben. Zuerst das Haus in Niederkassel, jetzt das zweite auf dem früheren Rheinmetall-Gelände an der Derendorfer Allee: "Vor allem die Materialien sind bei uns ausgefallen", sagt Hoteldirektor Thomas Krause. Seine Definition von Design: "Design ist ein Lebensgefühl, das seiner Zeit voraus ist." Großes Thema: Transparenz und ein besonderes Lichtkonzept.
Auf ausgefallene Inneneinrichtung wurde auch im Airporthotel in Rath geachtet: Mit der Interiordesignerin Hilde Cordens wurde weltweit nach Lampen, Teppichen und Tapeten gesucht, die zum Stil des Hauses passen. Wände wurden pink gestrichen, eine Garderobe wurde in Zebradesign gestaltet oder Blumen sehr puristisch dekoriert.
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