Mischling "Ganove" biss zu: Hund greift Radfahrerin an – Prozess
zuletzt aktualisiert: 18.09.2008Düsseldorf (RPO). "Ganove" heißt der dreieinhalb Jahre alte Mischlingsrüde, der seinem Herrchen (52) dauernd Ärger macht. Gestern saß der Hundehalter auf der Sünderbank beim Amtsgericht. "Ganove" hatte eine Radfahrerin angefallen, Wochen später einen kleinen Hund tot gebissen.
Das eine Delikt gilt als Körperverletzung, das andere als Sachbeschädigung von einem „Hund, Rasse Malteser, 1 Stück, weiß“, so die „Schadensmeldung“. Der Wert der tot gebissenen „Sache“: 400 Euro.
Dem Hundebesitzer, der sich gegen Strafbefehle von über 4500 Euro wehrt, ist der Rummel um „Ganove“ unbegreiflich. Der schwarz-weiße Mix aus Border-Collie und Labrador sei ängstlich – und kein Fall für Leinenzwang und Maulkorbpflicht.
Trotzdem habe der Angeklagte die 34-jährige Radlerin Elisabeth Krupa an der Rossstraße gewarnt, als sie den Hund anfassen wollte: „Lassen Sie es, der kneift!“ Schon hing „Ganove“ der Frau am Ellenbogen.
Das Opfer sagte aus, sie habe „nie Kontakt“ gesucht. Sie habe Angst vor Hunden, der Angeklagte habe nicht aufgepasst. Kommentar des 52-Jährigen: „Warum musste die Frau auch partout so eng an uns vorbeigehen!“
Keine Erklärung hatte der Angeklagte für den Tod des kleinen Malteser-Hundes Anfang 2008. Arglos hatte er seinen Mischling am Nordfriedhof von der Leine gelassen. Eine vom Ordnungsamt verhängte Maulkorbpflicht hatte er missachtet und miterlebt, wie der Rüde den kleinen Hund getötet hatte. Der Angeklagten: „Er hat ihn wohl unglücklich gefasst.“
Weil der Besitzer des toten Hundes zur Verhandlung nicht erschienen ist, wurde der Prozess nun bis Anfang Oktober unterbrochen. „Ganove“ und sein Herrchen leben wieder zusammen. Zwar wurden sie nach den Beiß-Attacken getrennt, doch beim Verwaltungsgericht setzte der Mann durch, dass „Ganove“ zurückkommen durfte. Der trage nun Maulkorb und gehe treu an der Leine.
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