Verkaufsoffener Sonntag: Hunderttausende in der City
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 30.03.2009 - 07:19Düsseldorf (RPO). Fünf Stunden lang trotzten die Kauflustigen am vergangenen Sonntag den schlechten Nachrichten. Der Einzelhandel ist sehr zufrieden: Die Krise ist noch nicht in den Geschäften angekommen. Vor allem die Frühjahrsmode sorgt für hohe Umsätze.
Wer geglaubt hatte, nach den schlechten wirtschaftlichen Nachrichten bliebe die Stadt eher leer, sah sich getäuscht: Hunderttausende drängelten sich in Innenstadt, Altstadt und Golzheim.
Die Rheinbahn hatte extra zum "Auftakt ins neue Jahr", wie es Einzelhandelsverbandsreferent Rainer Gallus beschrieb, mehrere Rheinbahnlinien in die City verstärkt. Das war auch bitter nötig. Kö, Schadowstraße, Wehrhahn, dazu alle Straßen und Gassen der Altstadt waren voll von Besuchern.
"Meine Erwartungen für diesen Tag sind deutlich übertroffen worden", sagt Marc Röseler, Geschäftsführer von C & A. Er profitiert von dem gestrigen Run auf die Frühjahrsmode. Traditionell kommen die neuen Kleidungs-Kollektionen im Frühjahr, vor Ostern, dann wenn die Tage länger und heller werden. Ob Warenhäuser, Einzelhändler oder Boutiquen: Alle bestätigten gestern diesen Trend zu Textilien.
Mit Muße und ohne Hektik
Karstadt-Geschäftsführer Christof Sattler war ebenfalls sehr zufrieden – so richtig aber erst ab 15 Uhr. "Da kamen die Besucher in großen Massen." Viele hätten am Nachmittag mit Muße und keinerlei Hektik gekauft. Gekauft, nicht nur geguckt. "Positiv war, dass viele sich informierten und sich dann auch zum Kauf entschieden", sagt Sattler.
Der Einzelhandelsverbandsvorsitzende und Saturn-Geschäftsführer Dirk Henckel erkannte an dem "extrem vollen Sonntag" sogar einen der besten seiner Art. "Ich war positiv überrascht, wie wenig die schlechten Nachrichten über die wirtschaftliche Lage zu Kaufzurückhaltung geführt haben." Sein Beweis: Bereits nach zwei Stunden hatte seine Saturn-Filiale im Sevens an der Kö die Zielmarke für den gestrigen Tag erreicht.
Röseler hofft bei einem derart starken Sonntags-Shopping sogar auf mehr: die Wende zu einem auch in diesem Jahr erträglichen Geschäft. Die ersten drei Monate in diesem Jahr seien zufriedenstellend gewesen, jetzt hoffe man auf das Ostergeschäft.
Das scheint sich bei der Galeria Kaufhof an der Kö bereits anzukündigen. "Die Nachfrage lag natürlich bei den Textilien. Aber auch Ostergeschenke und Spielzeug waren sehr nachgefragt", sagt Geschäftsführer Günther Knie. Zurückhaltender beurteilt Claus Franzen, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Kö-Anlieger, den Sonntag. Seine Tendenz ganz klar: "Die Leute suchen ganz bewusst nach Qualität." Eine Einschätzung, die Dirk Henckel teilt: "Die Nachfrage nach der oberen Preisklasse ist da, außerdem die nach den preiswerteren Angeboten. Nur die Mittelklasse ist ein Problem."
Probleme, die Claus Franzen zumindest bei den Brautleuten nicht sieht. Zahlreiche Heiratswillige stürmen gerade jetzt im Frühling und ganz besonders gestern sein exklusives Geschäft an der Kö. "Viele erstellen sich ihre Hochzeitslisten, nach denen die Geschenke ausgesucht werden können."
Bei so viel Geschäftserfolg konnte auch die Polizei nur beipflichten. Die Parkhäuser waren voll – und: Keine großen Verkehrsprobleme, keine Staus, nur die sattsam bekannten Behinderungen durch U-Bahnbau und andere Baustellen in der Stadt.
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