Leiche lag in der Wohnung: „Ich jage das Haus in die Luft“
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 22.03.2007 - 16:12Düsseldorf (RPO). Großeinsatz der Polizei gestern Abend am Fürstenplatz: Ein 45-Jähriger, den die Polizei nach seiner Lebensgefährtin fragen wollte, verschanzte sich in seiner Wohnung. Dort wurde eine Frauenleiche gefunden.
Es sollte eigentlich nur eine Befragung sein. Polizeibeamte klingelten gestern gegen 18 Uhr an einer Wohnung am Fürstenplatz. Im Dachgeschoss des Hauses Morsestraße4 lebt ein 45-jähriger Mann mit seiner Lebensgefährtin. Und weil deren Freunde sie seit einiger Zeit nicht mehr gesehen hatten, schalteten sie die Polizei ein.
Als die Beamten klingelten, drehte der 45-Jährige durch. Er weigerte sich, die Tür zu öffnen und mit den Beamten zu sprechen. „Gehen Sie weg - oder ich jage des Haus in die Luft“, drohte er.
Minuten später begann ein Großeinsatz der Polizei, an dem auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt war. Der Fürstenplatz wurde gesperrt, das Haus Morsestraße4 evakuiert und der Strom in den oberen Stockwerken ausgeschaltet. Zeugen wollen im Hausflur einen stechenden Geruch wahrgenommen haben. Der Verdacht: Der Mann hatte in der Wohnung Brandbeschleuniger ausgegossen. Luftmessungen der Feuerwehr ergaben darauf keinen Anhaltspunkt.
Trotzdem wurden vorsorglich auch die Bewohner des angrenzenden Hauses in Sicherheit gebracht, der „Antoniushof“ an der Ecke Kirchfeldstraße musste ebenso schließen wie der „Sen-Market“ im Erdgeschoss des Hauses, in dem der 45-Jährige allein eine der beiden Dachwohnungen bewohnt. Die Fahrdrähte der Rheinbahn wurden stromlos geschaltet, damit die Feuerwehr Flutlichtfahrzeuge und Drehleiter in Position bringen konnte.
Mit Pulverlöscher und Schlauch ausgerüstet brachte die Feuerwehr einen ihrer Männer per Drehleiter bis auf zwei Stockwerke an die Terrasse heran. Er sollte im Fall eines Feuers sofort einen Löschangriff starten. Doch mehr als zwei Stunden lang blieb es ruhig hinter den gelben Vorhängen. Auf der Dachterrasse flatterten eine deutsche und eine US-Flagge im Wind. Vom Treppenhaus aus versuchte die Verhandlungsgruppe des SEK, mit dem 45-Jährigen Kontakt aufzunehmen. Doch der brach jedes Gespräch sofort wieder ab. Nach zweieinhalb Stunden wurde vorsorglich ein Ärzte-Team ins Haus geschickt.
Gegen 22 Uhr gab es schließlich traurige Gewissheit: Die Polizei stürmte die Wohnung des Mannes und fand eine Frauenleiche im Bett, bei der es sich vermutlich um die der Lebensgefährtin handelt. Der 45-Jährige hatte mehrere Verletzungen, die er sich wahrscheinlich selbst zugefügt hat.
Gegen 22.30 Uhr hatten Polizeibeamte den verletzten Mann über die Drehleiter aus der Wohnung nach draußen geholt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




