Auswirkungen analysieren: IHK fordert Gutachten zu Bilker Arkaden
VON BIRGIT KRANZUSCH - zuletzt aktualisiert: 25.02.2005 - 15:08Düsseldorf (dto). Die einen freuen sich auf sie, andere versuchen sie zu verhindern oder zumindest die Pläne zu verändern. Die Bilker Arkaden sorgen wieder für heftige Diskussionen, jetzt meldet sich die Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf zu Wort. Die Kammer will solange das Projekt ablehnen, bis ein methodisch sauberes Gutachten vorliegt, dass die tatsächlichen Auswirkungen auf die Düsseldorfer Handelslandschaft analysiert.
Die IHK Düsseldorf begrüßt grundsätzlich das Vorhaben, die Bilker Arkaden neu zu gestalten und neu zu nutzen. Die Zustimmung der IHK umfasst auch die Absicht, dort Einzelhandel anzusiedeln. Allerdings lehnt die IHK das dort geplante Einkaufszentrum weiterhin ab. Hauptkritikpunkt der Kammer ist immer noch die tatsächliche Größe der Centers, außerdem wird befürchtet, dass die Arkaden den umliegenden Geschäften die Kunden weg nimmt, Geschäfte leer stehen und Arbeitsplätze verloren gehen.
Die IHK fordert verlässliche Daten und Fakten und hat deshalb selbst eine Plausibilitätsprüfung zum Projekt „Düsseldorf Arcaden in Auftrag gegeben. „Wir empfehlen der Stadt Düsseldorf, für die geplanten Bilker Arcaden aussagekräftige Zahlen und Fakten auf den Tisch zu legen, damit der Rat der Stadt eine solide Entscheidungsgrundlage erhält, an der er sein Votum ausrichten kann. Eine Entscheidung anhand der bisherigen Datenlage käme einem Blindflug gleich, mit dem die Politiker dem attraktiven Einzelhandelsstandort Düsseldorf einen Bärendienst erweisen würden“, so lautet das Fazit von IHK-Präsident Hermann Franzen.
Mit dem Gutachten beauftragt hatte die IHK das Büro „Junker/Kruse Stadtforschung, Stadtplanung“ aus Dortmund. Die kommen zu dem Ergebnis, dass eine politische wie fachliche Bewertung des Vorhabens nicht möglich sei, weil das vorliegende Konzept „keine hinreichende Bestimmtheit“ aufweise. Im einzelnen bemängeln die Stadtforscher, dass die Flächenanteile der einzelnen Warengruppen nicht ausreichend aufgeschlüsselt worden seien, eine Worst-case-Untersuchung fehle, das heißt, die angenommenen Umsätze je Quadratmeter Verkaufsfläche viel zu gering angesetzt worden und die städtebaulichen Auswirkungen auch angesichts der vermuteten geringeren Umlenkungseffekte nicht ausreichend gewürdigt worden seien.
Ferner habe die Verwaltung es auch versäumt, im Rahmen der öffentlichen Auslegung Grundrisszeichnungen beizufügen, aus denen klar hervorgehe, welche Anteile für Verkaufs- und welche für Nebenflächen vorgesehen seien. “Nach allen bisherigen Erkenntnissen ist es für uns unverständlich, warum die Stadt auf Biegen und Brechen einen Jumbo realisieren will, der florierende Straßenzüge in einem Stadtteil lahm legen und auch das Aushängeschild Düsseldorfer Innenstadt empfindlich treffen wird,“ so der IHK-Präsident. Er appelliert nachdrücklich an den Rat der Stadt Düsseldorf, sich mit den mehrfach geäußerten Bedenken ernsthaft auseinander zu setzen.
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