Zwillingstürme an der Speditionsstraße: Im Hafen wachsen die Hochhäuser
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 10.03.2009 - 07:25Düsseldorf (RPO). An der Spitze der Speditionstraße werden die Zwillingstürme – in einen soll das Luxushotel Hyatt einziehen – alle elf Tage um ein Geschoss höher. Nur einige hundert Meter entfernt entsteht das 76 Meter hohe "Sign" nach einem Entwurf von Helmut Jahn – vorerst wird nur unter der Erde gebaut.
Zuwachs. für Düsseldorfs Hochhausfamilie: Im Medienhafen, der mit Bauten von Frank Gehry bis David Chipperfield bereits jetzt Architektur-Fans aus der ganzen Welt anlockt, wird derzeit an der Speditionstraße an zwei markanten Projekten gebaut. An der Spitze des Hafens, wo bis Herbst 2007 "Monkey's Island" an die Strandbar lockte, sollen bis Ende 2010 zwei 65 Meter hohe Türme aus Stahl und Glas entstehen. An der Kreuzung Franzius-/ Speditionstraße soll im ersten Quartal 2010 das elliptische "Sign" nach einem Entwurf des Star-Architekten Helmut Jahn 76 Meter in den Himmel ragen.
Zwillingstürme Nach jahrelangem Hin und Her wurde Anfang 2008 auf der Spitze der Speditionstraße der erste Spaten in den Boden gestochen und Mitte Oktober der Grundstein für die beiden Türme sowie ein drittes, 26 Meter hohes Gebäude gelegt. Seitdem kann man beobachten, wie der Komplex nach einem Entwurf der Düsseldorfer Architekten JSK wächst. Vier Kräne überragen das Areal, Betonmischmaschinen drehen sich, ein rostrotes Tragegerüst stützt den Rohbau an der Stelle, wo die oberen Geschosse überstehen werden. "Auskragung" nennen das die Bauexperten. Sechs Obergeschosse sind vom Ostturm bereits zu sehen, drei vom Westturm. "Alle elf Tage schaffen wir ein Geschoss", sagt Projektleiter Peter Schunk. Im Juni sollen die Fassadenarbeiten beginnen. "Die Fassade wächst hinter dem Rohbau her."
Beide Türme werden gleich hoch. In den Turm am Übergang zur Fußgängerbrücke soll das Fünf-Sterne-Hotel Hyatt einziehen, dieser Trakt wird auf 18 Obergeschosse wachsen. Sein westlicher Zwilling, der vor allem für Büros vorgesehen ist, wird nur 16 Obergeschosse hoch, "weil Büros höhere Geschosse haben müssen als Hotels", sagt Schunk. Im Erdgeschoss entsteht ab der Fußgängerbrücke in alter Kaimauer-Höhe ein Rundlauf um die Hafenspitze. Das ermöglicht auch von außen den Zugang zu Hotel-Lobby, der Bar, den Restaurants sowie der Mitarbeiter-Kantine des Hotels, in der auch Nicht-Mitarbeiter essen können. Im ersten Obergeschoss ist ein Glasdach zum Ballsaal des Hyatt geplant, zur Spitze soll ein Lounge-Bereich mit Rasenfläche entstehen.
Obwohl das Vorhaben über die krisengeschüttelte Hypo Real Estate finanziert wird, sei die Finanzierung des 150-Millionen-Euro-Projekts sicher, versichert Schunk: "30 Millionen Euro sind Eigenkapital." Ursprünglich sollte der Bau über eine Tochter der IKB-Bank finanziert werden, die jedoch ausgestiegen war. Von den 15 000 Quadratmetern im Büroturm ist laut Schunk bereits ein Großteil vermietet: 5000 Quadratmeter an Kienbaum, 3000 an die Unternehmensberatung Bain, weitere 3000 stünden vor dem Abschluss. Bis Juni will Schunk alles, inklusive des flacheren dritten Gebäudes, vermietet haben. Keine Zweifel hat er daran, dass das Luxus-Hotel Hyatt laufen wird. Im Fünf-Sterne-Segment gebe es in Düsseldorf noch Spielraum. "Und wir gehen Anfang 2011 mit dem Hotel ans Netz, da rechne ich wieder mit einem leichten Aufschwung."
Sign Es soll das höchste Hochhaus im Medienhafen werden: 76 Meter Höhe sieht der Entwurf des Star-Architekten Helmut Jahn für das neue Gebäude an der Einmündung der Speditionstraße vor. Im Herbst 2007 war – in Anwesenheit Jahns – der Grundstein gelegt worden, Mitte 2008 haben die Bauarbeiten begonnen. Viel zu sehen ist auf der Baustelle allerdings nicht. Was nicht heißen soll, dass nichts passiert, wie Projektleiter Jens-Olaf Hoffmann von Frankonia Eurobau betont. Gearbeitet werde nämlich vor allem im Untergrund: Vier der fünf Untergeschosse seien bereits fertig. "Wegen der Nähe zum Rhein musste alles mit Schlitzwänden abgesichert werden", sagt Hoffmann.
Bis Ende März soll die Decke für die Tiefgarage mit insgesamt 223 Stellplätzen fertig sein, danach geht es rasch aufwärts: "Alle zehn bis zwölf Tage wird das Gebäude um ein Geschoss wachsen", so der Projektleiter. Rohbau, Fassade und der Erschließungsturm mit den Hochgeschwindigkeitsaufzügen – "alles wird zeitgleich gebaut". 12 000 Quadratmeter Fläche sollen so entstehen und im ersten Quartal 2010 die Mieter einziehen.
Eine renommierte Anwaltskanzlei, die nicht genannt werden wolle, habe bereits einen Mietvertrag für 2600 Quadratmeter über vier Etagen unterschrieben, sagt Hoffmann. Für die Mieter gebe es besondere Extras – vom Doorman, der Kunden in der Lobby empfängt, über die IT-Ausstattung bis hin zur Unterteilung der Räume. Auch für den Gastronomie-Bereich mit Außenterrasse im Erdgeschoss "gibt es sehr spannende Anfragen". Gekrönt wird der schlanke, elliptische Bau von einem verglasten, 5,7 Meter hohen Tonnendach, unter dem ein Business-Center geplant ist.
Auch Hoffmann betont, dass die Finanzierung gesichert sei. Versa M (Westfälische Provinzial) sei als Eigenkapitalgeber im Boot, die LBB als Finanzier für das Gesamtvolumen von netto 80 Millionen Euro. Frankonia ist stadtweit an mehreren Projekten beteiligt, so am KWS an der Kaiserswerther Straße 183, dem Panta Rhei in Airport City sowie dem Andreasquartier (Amts- und Landgericht).
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