Erstes Kunstpunkte-Wochenende: Im Plausch mit 527 Künstlern
VON VASSILIOS KATSOGRIDAKIS - zuletzt aktualisiert: 03.09.2005 - 20:40Düsseldorf (dto). Wein mit Oliven und Käse oder Pflaumenkuchen und ein Glas kühle Sangria. Die Besucher der Kunstpunkte wurden mit allerlei Köstlichkeiten empfangen. Bei hochsommerlichen Temperaturen startete am Samstag die viertägige Aktion, bei dem Kunstfreunde die Chance bekommen, 527 Künstler an 330 Kunstpunkten zu treffen. Am ersten Septemberwochenende standen die Türen der Ateliers im Süden und Osten Düsseldorfs offen, am 10. und 11. September folgen die nördlichen und westlichen Stadtteile.
Maler, Bildhauer, Video-, Foto- und Performance-Künstler gaben am Samstag den Starschuss zur Aktion "Kunstpunkte - Offene Ateliers in Düsseldorf". Zum neunten Mal haben Kunstfreunde die Möglichkeit, mit den Schaffenden selbst zu diskutieren, ihre Arbeiten und gleich vor Ort ihre Arbeitsweise kennen zu lernen. Dabei gilt es neben großen Ateliergemeinschaften, vor allem auch die kleinen und versteckten Künstlerwerkstätten zu entdecken. Während in Pinakotheken die ausgestellte Kunst im Vordergrund steht, sind es bei den Kunstpunkten die Künstler selbst, ihre Werk- und Lebensräume und die Entstehungsgeschichten der Werke.
Die Stadtwerke Düsseldorf als Hauptsponsor und die Rheinische Post bieten an allen vier Tagen einen Shuttle-Service an. Die Tour wird von Künstlern begleitet, die während der Fahrt und an den Kunstpunkten mit Informationen dienen. Leider ist die Gesamtdauer der Fahrt mit drei Stunden viel zu kurz angelegt, so dass beim Besuch von drei oder vier Kunstpunkten höchstens 45 Minuten pro Aufenthalt im Programm stehen. Dabei sollten Besucher der Kunstpunkte vor allem eins mitbringen: Viel Zeit. Zeit um sich umzugucken, Zeit um mit den Künstlern bei einem Glas Wein und Käsehäppchen zu plaudern und Zeit um bei einer Tasse Kaffe und Pflaumenkuchen in Ateliers und ihren Gärten zu verweilen.
So empfing Katri Maria Mononen ihre Gäste bei hochsommerlichen Temperaturen mit einem kühlen Glas Sangria. Die junge Künstlerin ist im Rahmen des deutsch-finnischen Künstleraustauschs zu Gast in Düsseldorf und zeigt im Kunstpunkt 244 (Himmelgeister Straße 107c) eine Reihe von Selbstporträts, die ihre Reaktion auf die neue Umgebung widerspiegeln sollen. An der Wand hängen nicht nur ihre Werke, sondern auch zwei Passfotos von kleinen Kindern. „Die habe ich auf der Straße gefunden und in der Hoffnung aufgehängt, dass ihr Besitzer sie hier sieht und wieder mitnimmt“, erklärt die finnische Künstlerin. Solch kleine Geschichten, lassen die Grenzen zwischen Kunst und Alltag verwischen und sind der entscheidende Unterschied zwischen kleinem Atelier in dem der Künstler seine Werke vorstellt und großem Ausstellungshaus.
Nachdem am ersten Septemberwochenende die Atelierts im Süden und Osten des Stadtgebiets ihre Pforten öffnen, werden sich am 10. und 11. September die Künstler im Norden und Westen an der Aktion beteiligen. Die Öffnungszeiten sind an beiden Wochenenden gleich: Samstags von 14 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Die Ateliers in Erkrath, Haan, Hilden, Monheim, Neuss, Dormagen, Duisburg, Kaarst, Meerbusch, Mettmann, Ratingen, Willich, Heinsberg, Mönchengladbach und Krefeld sind entsprechend den Windrichtungen zugeordnet. Als Wegweiser zu den offenen Ateliers dienen die bekannten blauen Plakate und Flyer mit dem Sternenhimmel. Das Faltblatt liegt kostenlos in allen Kulturinstituten und zahlreichen Szenekneipen aus.
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