Die Rheinuferpromenade wird noch attraktiver: Im Tunnelrestraum entsteht ein Kulturzentrum
zuletzt aktualisiert: 17.10.2006 - 15:20Düsseldorf (dto). Unvorstellbar, dass dort, wo man heute am Rhein entlang flaniert, einmal der Verkehr entlang rauschte. Aber bis Dezember 1993 war das so - auf der gesamten Länge an der Altstadt vorbei donnerten Lkw, standen die Fahrzeuge im Stau, vor allem zu Messezeiten. Aber 1993 war das vorbei: Der Rheinufertunnel war nach mehr als drei Jahren Bauzeit fertig.
Jetzt wird die Rheinuferpromenade noch attraktiver: Noch in diesem Jahr wird dort in Höhe der alten Staatskanzlei ein unterirdisches Museum eröffnet: Kunst im Tunnel = KIT. Platz ist da: Ein Reststück aus der Bauzeit der Röhre steht leer und wird umgestaltet. Auf der Rheinuferpromenade unterhalb der Kniebrücke tut sich derzeit noch ein riesiges Loch auf. Es gibt den Blick frei auf den so genannten Tunnelrestraum, der bei der Tieflegung der Rheinuferstraße als „Abfallprodukt“ entstanden war. Nun soll dieser Raum genutzt werden als Ausstellungshaus für Kunst, Mode und Design.
Für die Ausstellungen im Tunnel stehen rund 850 Quadratmeter zur Verfügung. Der Raum - ohne Tageslicht - hat eine Länge von 140 Metern. In dem Raum soll die junge Kunst, z.B. die der Absolventen der Akademie, künftig Arbeiten präsentieren. Der Eingangsbereich auf der Promenade - ein verglaster Pavillon - wird zugleich zu einer neuen gastronomischen Adresse . Auch den Preisträgern des Kunstpreises der Landeshauptstadt steht KIT zur Verfügung. Und schließlich soll sich die Avantgarde der Mode- und Design-Szene dort zeigen.
Der „Tunnelrestraum“ war schon nach der Fertigstellung der Rheinuferpromenade 1995 für Veranstaltungen genutzt worden, allerdings nur vorübergehend. Die Pläne des Architekturbüros Fritschi, das schon die Planung für die Gestaltung der Rheinuferpromenade geliefert hatte: Der verglaste Pavillon auf der Rheinuferpromenade hat eine Fläche von rund 130 Quadratmetern, eine kleine Küche und bietet 30 Sitzplätze für den gastronomischen Betrieb. Bei schönem Wetter werden die Gäste auf einer Terrasse unter den Platanen der Promenade bewirtet werden können.
Es ist ein wirklich ungewöhnlicher Raum, der als Rest des Tunnelbaus entstanden ist und zum Glück nicht, wie ursprünglich geplant, mit Zement aufgefüllt wurde. 100 Meter ist er lang, elliptisch geformt, und am schmalsten Ende nur etwas mehr als einen Meter breit.
Über dem Eingang in die Unterwelt, die den meisten Passanten wohl noch nie aufgefallen ist, wird ein kleiner Bungalow entstehen. Darin empfängt die Gäste ein Foyer, es gibt einen Gastraum mit offener Küche, betrieben von einem Gastronomen, der im Sommer auch draußen auf der Promenade mit Tischen und Stühlen locken soll. Vom Foyer aus geht es über die Haupttreppe abwärts, natürlich wird es einen Aufzug für Behinderte und eine Fluchttreppe geben. Der gesamte oberirdische Bereich wird etwa 130 Quadratmeter groß sein.
Unten sind ein Ausstellungs- und Aktionsraum (auch als Versammlungssaal für etwa 700 Personen geeignet) geplant, Nebenräume werden eingebaut wie Küchenlager, Personalraum, Toiletten, ein Depot, weitere Technik. Nutzbare Fläche: 850 Quadratmeter.
Die Kosten für das gesamte Projekt werden auf 3,5 Millionen Euro geschätzt.
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