Malen "mit schlafenden Händen": Immendorff gestaltet Bilder wie ein Komponist
zuletzt aktualisiert: 24.03.2006 - 11:06Düsseldorf/Berlin (dto). Seit acht Jahren leidet der Maler Jörg Immendorff hat an der tödlichen Nervenkrankheit ALS. Dennoch hat er offenbar einen neuen Weg gefunden, um weiter arbeiten zu können. "Wie malt man mit schlafenden Händen? Ich bin der Komponist, ich hecke etwas aus", sagte der 60-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Das werde dann durchgespielt und von Helfern realisiert. Dann treibe er die individuelle Handschrift seiner Helfer aus, was mehr Mühe koste, als gegen seine eigene anzugehen. "Ich würde beinahe sagen, ich wäre selbst ohne meine Gebrechen zu einer Arbeitsweise gelangt, wie ich sie heute praktiziere", fügte er hinzu.
Seine neue Art, Bilder zu produzieren, lasse ihn trotz seiner Krankheit "durchaus frohlocken", sagte Immendorff. "Jeder leidet doch an etwas. Die Krankheit ist am Ende nur eine andere Möglichkeit unserer selbst", fügte er hinzu.
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