Gesundheitszustand unklar: Immendorff in Uni-Klinik eingeliefert
zuletzt aktualisiert: 23.11.2005 - 13:40Düsseldorf (dto). Der schwerkranke Maler Jörg Immendorff ist am Mittwoch in die Düsseldorfer Universitäts-Klinik eingeliefert worden. Das teilte eine Kliniksprecherin mit. Ob der Gesundheitszustand des 60-Jährigen lebensbedrohlich ist, wurde nicht bekannt. Die Einweisung in die Klinik hatte den Angaben zufolge ein Notarzt veranlasst. Immendorff leidet an der tödlichen Nervenkrankheit ALS.
Die Krankheit hat bei Immendorff dazu geführt, dass er nicht mehr malen kann. Seine Frau zeigte sich dennoch noch vor drei Wochen optimistisch: "Es ist nicht Hoffnung, sondern großer Wille." Sie sagte: "Jörg ist ein Kämpfer, und dafür liebe ich ihn." Sie habe nie darüber nachgedacht, ihren Mann wegen der Krankheit zu verlassen, im Gegenteil, "wenn ich weggelaufen wäre, hätte ich mich dieser Krankheit ergeben", sagte die Malerin der Zeitschrift "Park Avenue".
Die tragische Wende im Leben des 60-jährigen "Malerfürsten" kam 1998, als Mediziner bei ihm die unheilbare Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostizierten, die Arme und Beine zunehmend lähmt und auch die Atmung erschwert. Mittlerweile kann der Künstler kaum noch einen Pinsel halten.
Im Zusammenhang mit seiner Krankheit stand auch sein Kokainkonsum, der Immendorff im Vorjahr schlagzeilenträchtig einen Gerichtsprozess einbrachte. Bei einer Orgie in einem Düsseldorfer Luxushotel war der Künstler zusammen mit neun Prostituierten und insgesamt 21,6 Gramm des Rauschgifts angetroffen worden. Immendorff zeigte sich vor Gericht geständig und räumte ein, das Kokain gegen seine Angstattacken zu nehmen.
Die Richter ließen wegen der Krankheit Milde walten und verurteilten Immendorff zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten und einer Geldstrafe von 150 000 Euro - womit sie unter der für Kokainbesitz geltenden Mindeststrafe von einem Jahr blieben. Damit kann Immendorff weiter als Kunstprofessor arbeiten, nachdem er während des Verfahrens vorläufig vom Dienst suspendiert worden war.
Zuletzt ließ er sich in China Berichten zufolge fötale Stammzellen ins Gehirn pflanzen - in der Hoffnung, dass diese Therapie den fortschreitenden körperlichen Verfall aufhält. Es ist sein letzter Strohhalm: "Ich hoffe, es hilft", sagt er.
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