Maler mit seiner Frau zu Gast bei "Stern TV": Immendorff spricht über Therapie mit Fötenzellen
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 17.03.2005 - 11:13Düsseldorf (dto). Von Kopf bis Fuß gelähmte Patienen bei vollem Bewusstsein, das sind die dramatischen Folgen der unheilbaren Nervenkrankheit ALS, am Mittwoch gezeigt bei "Stern TV". Als prominenter Gast und Betroffener äußerte sich Maler Jörg Immendorff bei Günther Jauch über die Krankheit und seinen umstrittenen Therapieversuch. Im Februar ließ er sich in China Zellen abgetriebener Föten ins Gehirn injizieren.
Rund 20.000 Euro kostete die in Deutschland verbotene Behandlung, die angeblich den Selbstheilungsprozess der kranken Zellen aktivieren soll. Über bereits eingetretene Wirkungen wollte Immendorff im Fernsehen nicht spekulieren. Und überprüfen lässt sich der Erfolg der Therapie ebenfalls nicht, zum einen ist es dafür noch zu früh, zum anderen hat Immendorffs Arzt in China die Akteneinsicht verweigert.
In Deutschland wird der Maler durch den Neurologen Thomas Meyer von der Berliner Charité behandelt. Meyer war von der Chinareise seines Patienten nicht informiert, und er hält wenig von der Therapie mit Fötenzellen. Die Methode gilt als riskant, hat schon einige Todesopfer gefordert. Allerdings könne man erst nach Wochen oder Monaten eine Aussage über deren Wirksamkeit treffen, erklärte er in der Sendung.
"Ich will nicht schlapp machen", so die Ansage von Immendorff, der sich angesichts eines vergleichsweise langsamen Krankheitsverlaufs als privilegiert betrachtet. Und auch wenn ALS als Bedrohung meist präsent sei, denke er nicht jeden Tag an den Tod. Seine Hoffnung setzt der Künstler nun auf die Pharmaforschung, die zum einen neue Medikamente entwickelt oder bestehende auf ihre Wirksamkeit gegen ALS testet.
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