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Spuren des Kriegs: Immer wieder Bombenfunde

VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 09:17

Düsseldorf (RPO). Vorige Woche wurden in Düsseltal zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Vor allem der Norden und der Osten der Stadt sind auch 65 Jahre nach Kriegsende noch stark mit Blindgängern belastet. Sie systematisch wegzuräumen, ist nicht nötig, sagen Experten.

Nächtlicher Abtransport: Nach der Entschärfung wird eine alte Fliegerbombe vom Flughafengelände entsorgt. Bei der Sanierung der südlichen Rollbahn wurden 80 Stück entdeckt, in Rollbahn M steckten ebenfalls zahlreiche explosive Weltkriegs-Relikte.  Foto: RP, Achim Hüskes
Nächtlicher Abtransport: Nach der Entschärfung wird eine alte Fliegerbombe vom Flughafengelände entsorgt. Bei der Sanierung der südlichen Rollbahn wurden 80 Stück entdeckt, in Rollbahn M steckten ebenfalls zahlreiche explosive Weltkriegs-Relikte. Foto: RP, Achim Hüskes

120 Fliegerbomben entschärfen die Männer vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf jedes Jahr. In Düsseldorf sind sie dabei längst nicht so oft im Einsatz wie es scheint.

Dass gleich zweimal in einer Woche einige tausend Menschen in Düsseltal ihre Wohnungen verlassen mussten, weil auf einer Baustelle ein brisantes Fundstück zu entschärfen war, ist die Ausnahme – seit Sommer vorigen Jahres hatten die Entschärfer in der Landeshauptstadt gerade mal fünf Einsätze, vier sind es in einem durchschnittlichen Jahr.

Doch auch die beiden Fünf-Zentner-Bomben, die vergangene Woche an der Friedrich-Springorum-und der Graf-Recke-Straße gefunden wurden, werden ganz sicher nicht die letzten sein. Der Osten Düsseldorfs mit seinen Stahlfabriken und anderen, für die Rüstung wichtigen Industriebetrieben war immer wieder Ziel der alliierten Bomber. Auch auf das Flughafengelände im Norden wurde häufig bombardiert.

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Fundsachen

Meist werden in Düsseldorf Fünf- und Zehn-Zentner-Bomben mit Trinitrotoluol (TNT) entdeckt. Außerdem stellt der Kampfmittelräumdienst unzählige Granaten, und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg sicher. Letztere wird oft am Niederrhein gefunden - dort blieb beim häufigen Wechsel der Fronten viel Material liegen.

Keine Überraschung

Das hat vor einigen Jahren dafür gesorgt, dass die Sanierung der wichtigsten Rollbahn länger dauerte, als eigentlich für ein solches Bauprojekt nötig wäre. Schicht um Schicht wurde vorsichtig von der Bahn abgefräst, danach mit Sonden auf Bomben untersucht. Mehrfach mussten dann die Feuerwerker anrücken, bei Nacht, um den Flugverkehr nicht zu stören.

Überraschend waren weder die Funde am Airport noch die vorige Woche in Düsseltal. Bei der Bezirksregierung ist nämlich ziemlich genau bekannt, wo in niederrheinischem Boden noch explosive Weltkriegs-Relikte ruhen. Die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes haben dafür alte Luftbilder ausgewertet. Wenn man die Bilder, die die Alliierten nach den Angriffen aufnahmen, mit Karten unterlegt, sind die Einschlagstellen gut zu erkennen, an denen keine Bomben detonierten. All diese Stellen nun systematisch abzuräumen, klingt allerdings nur theoretisch gut. Erstens sind manche dieser Stellen längst bebaut worden und überhaupt nicht zugänglich.

Zweitens würde das die Kapazitäten des Kampfmittelräumdienstes bei weitem überschreiten, der nicht nur für den Regierungsbezirk Düsseldorf, sondern auch für den Großraum Köln zuständig ist.

Drittens ist es auch nicht nötig, versichern die Experten. So lange ein Blindgänger in der Erde liegt, ist er nämlich ungefährlich – schließlich liegen die alten Bomben schon seit mehr als 65 Jahren dort. Nur wenn sie beschädigt werden – etwa durch eine Baggerschaufel – können die meist mit fünf oder zehn Zentnern Sprengstoff gefüllten Kolosse noch einmal gefährlich werden. Deshalb wird vor großen Bauvorhaben das Gelände meist vor Baubeginn von Spezialisten auf Bomben untersucht. Und deshalb ist auch in Düsseldorf mit seinen Großbaustellen in Zukunft noch mit dem einen oder anderen Fund zu rechnen.

Zur U-Bahnbaustelle für die Wehrhahn-Linie ist der Kampfmittelräumdienst übrigens erst einmal ausgerückt – und hat es mit einer Kriegswaffe zu tun bekommen, die sich als Fall für die Archäologen entpuppte: In der Nähe der alten Wehranlagen hatte ein Bagger eine Kanonenkugel zu Tage gefördert.

Quelle: RP

 
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