Schweinegrippe-Vorsorge: Impfstelle weist Schwangere ab
VON LESLIE BROOK, DENISA RICHTERS UND STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 05.11.2009 - 07:25Düsseldorf (RPO). Die Schweinegrippe wird ernst. Auch an der Düsseldorfer Uniklinik muss ein Patient beatmet werden. Am Donnerstag verdoppelt die Stadt ihre Kapazitäten in der zentralen Impfstelle. Schwangere, die eigentlich bevorzugt behandelt werden sollen, bekommen jedoch keinen Impfstoff.
Auf mindestens eine Stunde Wartezeit mussten sich Impfwillige gestern in Düsseldorf einstellen. Die zentrale Impfstelle an der Erkrather Straße 345 verzeichnete einen neuen Rekord: 1214 Patienten standen Schlange, um sich gegen das H1N1-Virus immunisieren zu lassen. Weitere vier Kabinen sollen als Arbeitsplätze für Ärzte des Gesundheitsamtes eingerichtet werden. Dazu müssen heute Stromanschlüsse gelegt werden, und ein Nachschub von 6000 Dosen des Impfstoffs Pandemrix wird ebenfalls erwartet.
Soweit die positive Entwicklung. Auf der anderen Seite bekennt Düsseldorfs oberster Schweinegrippe-Experte, Klinikchef Dieter Häussinger, mit Sorge: "Die Krankheit wird ernst." Jede Klinik im Land sei derzeit mit ernsten Fällen konfrontiert. Auch an der Uniklinik Düsseldorf müsse ein Patient beatmet werden. "Jeder sollte sich jetzt impfen lassen", fordert Häussinger.
SPD-Anfrage zu H1N1
Die SPD-Fraktion will in einer Anfrage für die Ratssitzung am 12. November von der Stadtverwaltung Details zur Schweinegrippe wissen. Sie fragt, wie groß die Nachfrage nach der Schutzimpfung gegen das Virus H1 N1 in Düsseldorf ist und welche Aufklärungsmaßnahmen es gibt. Zudem möchten die Genossen wissen, wie viele Kosten bisher aufgelaufen sind und welche für 2010 erwartet werden.
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Die Sorge vor einer Ansteckung führte gestern vor der zentralen Impfstelle bereits zu dramatischen Szenen. Einige Schwangere liefen tränenüberströmt aus dem Gebäude. Das Gesundheitsamt weist sie bislang ab, weil der Impfstoff Pandemrix nicht an Schwangeren getestet ist. Ein alternativer Impfstoff aber steht im Rheinland nicht zur Verfügung, und Schwangere zählen zur Risikogruppe, die zuerst geimpft werden sollte. Eine "unbefriedigende Situation" nennt das Allgemeinmediziner André Schumacher und rät Schwangeren zum Abwarten.
Ähnlich schwierig ist die Situation derzeit für Schulleiter. Die Schulaufsicht der Bezirksregierung verweist auf das Gesundheitsamt als verantwortliche Behörde. Es kann in Abstimmung mit den Schulen entscheiden, wann und ob Unterricht ausfällt. Beide Behörden sehen jedoch derzeit keinen Sinn in derartigen Anordnungen. "Weil es weitaus mehr Infektionsherde als bislang gibt, und die Quarantäne nicht eingehalten werde kann", sagt Schulrätin Martina Nussbaum. Deshalb haben sich Schulaufsicht und Gesundheitsamt nun darauf geeinigt, dass definitiv keine Schulen geschlossen werden.
Im Einzelfall müssen Schulleiter somit selbst entscheiden, ob es Sinn macht, zu unterrichten, wenn zu viele Schüler fehlen. Wolfgang Scheffler (Grüne), Chemie-Lehrer am Lessing-Gymnasium und Vorsitzender des Schulausschusses, sieht ein weiteres Problem: "Bei uns beginnt jetzt in der Stufe 13 die Klausurphase. Aber inwieweit kann man Klausuren schreiben lassen, wenn die Hälfte der Schüler grippebedingt fehlt?" Er appelliert deshalb an das Schulministerium, flexibel zu sein, die Klausurphase zu verschieben oder es erkrankten Schülern zu ermöglichen, Klausuren nachzuschreiben. "Diese Entscheidung kann man den Schulen nicht alleine überlassen", sagt er.
An mindestens zwei Düsseldorfer Schulen gibt es bisher bestätigte Fälle von Schweinegrippe. Nussbaum zufolge sind mittlerweile weitere betroffen. Die Schulen müssten nach wie vor jeden Fall beim Gesundheitsamt melden. Für Eltern wiederum besteht laut Scheffler keine Meldepflicht gegenüber der Schule.
Die Krankenhäuser der Stadt treibt nun die Sorge, wie sie immer mehr schwer erkrankte Patienten versorgen können. Sie haben sich geeinigt, die Lasten auf alle zu verteilen. "Lungenentzündungen und akute Atemnot sind das größte Problem bei schweren Fällen", sagt der Virologe Ortwin Adams. Die Häuser haben sich darauf eingestellt, dass mehr Patienten auf der Intensivstation beatmet werden müssen. Der Leitende Notarzt im Gesundheitsamt koordiniert die Kapazitäten.
Bereits im Mai hatte die Stadt während der ersten Infektionswelle einen Krisenstab gegründet. Vorsitzende ist die Beigeordnete Helga Stulgies. Dem Stab gehören Vertreter von Feuerwehr, Polizei und Flughafen sowie Haupt-, Gesundheits-, Jugend- und Schulverwaltungsamt an. Innerhalb der vergangenen fünf Monate hat der Stab mehrfach getagt, um notwendige Maßnahmen zu besprechen. Parallel dazu gibt es eine Task Force der Uniklinik, und im NRW-Gesundheitsministerium tagt regelmäßig ein Expertengremium. Im Ernstfall würde das Innenministerium einen Krisenstab einberufen.
Zentrale Impfstelle der Stadt Düsseldorf, Erkrather Straße 345 (nahe der U-Bahn 75 Lierenfeld Betriebshof), wochentags 8-17 Uhr, do 8-20 Uhr, Hotline: 0180 3100210
Praxis Esma Atas, Brehmplatz 2, Fr., 14-16, Sa., 10-12 Uhr, Tel.: 676157
Praxis Dr. Blume, Lenaustr.1, Mi, 16-18 Uhr, Tel.: 626494 Praxis Dr. Brand, Rotdornstraße 1, Mi., 13-16 Uhr, Tel.: 651065
Praxis Dr. Centindere, Berliner Allee 61, Mi./Fr., 12-14 Uhr, Tel: 330406
Praxis Dr. Dahlmann/Jansen, Rethelstr. 7, Fr. 13-15 Uhr, Tel.: 666286 Praxis Dr. Eisenstein, Uhlandstr. 11, Mo.-Fr. 8-20 Uhr, Sa. 11-24 Uhr, Tel.: 662000
Praxis Dr. Fischer, Friedrichstr. 2, Mi./Fr. 16-18 Uhr, Sa. 10-13 Uhr, So. 10-12 Uhr, Tel.: 372619
Praxis Dr. Füth /Rüther, Börchemstr. 4, Mi. 14-16, Tel: 713064
Praxis Dr. Jatta, Grafenberger Allee 134, Mi 14-16, Tel: 6993093
Praxis Antje Kischk, Benrather Str. 7, Mi. 13-14, Fr 13-14 Uhr, Tel.: 134163
Praxis Dr. Kuhnert, Grafenb. Allee 68, Mi./Fr. 11-14 Uhr, Tel.: 667388
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Praxis Dr. Melin, Luegplatz 1, nach Vereinb. Tel.: 575632 Praxis
Dr. Müseler / Schwemin, Neustrelitzer Str. 3, Mi. 11-14 Uhr, Do. ab 17 Uhr, Tel.: 7052464
Praxis Dr. Niermann, Mauerstr. 21, Mi./Fr. 13-14 Uhr, Tel.: 443916
Praxis Dr. Reinerth / Najorka / Schulte-Goebel, Adalbertstr. 4, Di., 12-14 Uhr, Do., 16-18 Uhr, Tel.: 578041
Praxis Dr. Rieke, Oststr. 115, Di./Do. 11-13 Uhr, Tel.: 322803
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Praxis Dr. Schibensky, Heresbachstr. 35, nach Vereinbarung , Tel.: 333522
Praxis Dr. Schilling, Eichenkreuzstr. 4, Mi./Fr. 11-13 Uhr, Tel.:791622
Praxis Dr. Shinoda, Klosterstr. 47, Mo./Do. 16-18 Uhr, Tel.: 36779248
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