Alle Jecken sind schon los: Ja, ist denn schon Karneval?
VON WOLFGANG BERNEY - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007 - 10:25Düsseldorf (RPO). Die Session ist den närrischen Garden und Gesellschaften zu kurz, denn am 6. Februar ist schon Aschermittwoch. Deshalb haben sie die fünfte Jahreszeit eingeläutet und feiern schon lange vor dem offiziellen Startschuss.
Helau und Tätä schon vor Hoppeditz-Erwachen am 11.11. Auf den offiziellen Auftakt zur Session wollen die Jecken diesmal nicht warten. Können sie wohl auch nicht. Denn die Session ist kurz. Zu kurz? Schon am 6.Februar steht Aschermittwoch auf dem Kalender. An eine kürzere Session kann sich keiner erinnern. Und in diesem Jahrhundert wird es keine kürzere mehr geben. Viele Vereine haben daher vorsorglich schon vor einem halben Jahr die Säle für Januar gebucht. Andere Gesellschaften würden da leer ausgehen, wenn sie erst im neuen Jahr ihre Veranstaltungen machen wollten.
Schwierig wird es auch für Narren-Präsidenten, jetzt noch Künstler zu buchen. Büttenredner, Sänger, und Tanzgarden haben einen vollen Terminkalender. Die Jecken machen deshalb aus der Not eine Tugend, verlängern die Session einfach nach vorn. Schon am 16. November ist Prinzenkürung, normalerweise erst nach Neujahr. Schon vorher aber, und auch danach bis zum 1. Advent, legen die Karnevalisten also diesmal los. CC-Präsident Engelbert Oxenfort: „So gesehen ist die Session überhaupt nicht kurz, sondern eher lang.“
Die Prinzengarde Blau-Weiss, die schon gestern an den Start ging, ist auf den Hund gekommen. Obwohl die Garde glänzend dasteht. Die Sache mit dem Hund: Bei der Aufnahme von 30 neuen Senatoren im Lindner Hotel Rheinstern bekamen die Mitglieder, die Aktiven in Uniform, von Präsident Udo Heinrich die neuen Sessions-Orden verliehen. Das Klimbim, gestaltet von Beuys-Schüler Norbert Tadeusz, stellt einen weißen Terrier dar.
Bei den Veranstaltungen geht Blau-Weiss jetzt neue Wege. Sowohl der Gala-Ball als auch die Sitzung, bisher im Hilton, finden im Hotel Maritim am Flughafen statt, das am 1. Dezember eröffnet. Udo Heinrich: „Ich war erst skeptisch Aber dann hat mich das Ambiente doch mächtig beeindruckt.“ Stargast der Gala: Semino Rossi, die große Stimme aus Argentiniern. Rossi hatte vor vier Tagen im ZDF einen großen Auftritt. Ein erstes, noch zaghaftes „Helau“ gab es, als Steuerberater Aribert Lieske als neuer General à la Suite vorgestellt wurde.
Jeckes Blaublut und echtes Blaublut: Friedhelm Kroll, Präsident der „Schlossgarde“ konnte beim Schlossball im Rheingoldsaal neben dem Karnevalsprinzen Josef Hinkel, auch einen echten Prinzen begrüßen: Gerd-Friedrich, Prinz von Preußen. Der Adelige: „Ich habe richtig Spaß am Karneval, bin jetzt Ehrensenator der Schlossgarde.“ Die Gala setzte einen neuen Akzent im Winterbrauchtum. Sie wurde mit einer festlichen Polonaise eröffnet. Und Graf von Gaißberg brachte als „Tanzmeister“ den Gästen um Mitternacht behutsam bei, wie man eine klassische „Francaise“ tanzt. Für die karnevalistischen Zutaten sorgten neben der Band von Werner Bendels die Mädels des Showtanzensembles der katholischen Jugend. Der Erlös des Abends geht an den Agitas Circle.
Auch das Narrencollegium ist bereits in die Session eingestiegen. Olaf Peterkau, der 2. Vorsitzende stellte jetzt den Entwurf für Rosenmontagswagen der Gesellschaft vor: Die Tritonengruppe am Ende des Kö-Grabens mal ganz in Gold, gestaltet von Jacques Tilly. Peterkau: „Warum nicht Gold? Wir gehen doch in den nächsten Wochen goldenen Narrenzeiten entgegen.“
Die Party zum 35. Geburtstag der Noch-Venetia Miriam Battenstein im „Monkey’s Süd“ wurde ebenfalls schnell zu einer karnevalistischen Veranstaltung. Schließlich war die Mehrzahl der Gäste von der Prinzengarde Blau-Weiss, unterstützt von rot-weissen Brüdern. Unter den Gästen neben Udo Heinrich auch Helge Achenbach, Wagenbaukünstler Jacques Tilly und Nemo, der seine Pantomime brachte von dem Düsseldorfer, der keine kölschen Lieder ertragen kann.
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